Podiums-Diskussion: Leipzig in Zeiten des Klimawandels

23.10.2020 | 18:00 | Festsaal Neues Rathaus Leipzig

Thema: Verkehrswende

Podiums-Diskussion zur Frage, wie die Verkehrswende in Leipzig schnell, wirkungsvoll und sozialverträglich gelingen kann. Auf der Bühne finden sich Thomas Dienberg (Baubürgermeister Leipzig), Alexander John (ADFC), Kristina Weyh (Bündnis90/Grüne) Marco Böhme (Linke), Ralf Elsässer (Civixx) und Ulf Middelberg (LVV).

Wegen Corona-Abstandsregeln auf 50 Plätze begrenzt.
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Ort: Festsaal im Neuen Rathaus Leipzig
Moderation: Dominic Memmel (S4F Leipzig)
EINTRITT FREI

Stream

Stellungnahme anlässlich der klimapolitischen Stunde im Stadtrat und der Entscheidung zum Sofortprogramm

Scientists for Future Leipzig fordert ambitionierte Maßnahmen für den Klimaschutz

Am 30. Oktober 2019 hat der Leipziger Stadtrat den „Klimanotstand“ ausgerufen. Nun wird ein Sofortmaßnahmen-Programm aufgelegt, das am 09.07.2020 beschlossen werden soll. Mit anderen Maßnahmen zusammen (z.B. im Rahmen des Energie- und Klimaschutzprogramms) soll es helfen, den Ausstoß von Treibhausgasen in Leipzig zu reduzieren. Wir als „Scientists 4 Future, Leipzig“ begrüßen jegliche Maßnahmen zum Klimaschutz außerordentlich. Allerdings möchten wir auch hervorheben, dass die bisher geplanten Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen.

Aus dem Pariser Klimaschutzabkommen kann ein Emissionsbudget abgeleitet werden, das jedem Bürger zusteht. Im Begleittext zu den Sofortmaßnahmen wird darauf hingewiesen, dass dieses Emissionsbudget schon 2026 aufgebraucht sein könnte. Die Summe aller Maßnahmen muss daher so ausgelegt sein, dass die Senkung der Leipziger Treibhausgasemissionen zügig und substanziell angegangen und das verbleibende CO2-Budget eingehalten wird. Der Ausstieg aus der Fernwärmeversorgung durch Braunkohle und das Ziel der angestrebten Klimaneutralität 2035 in der Verwaltung und 2040 in der Strom- und Wärmeversorgung der Stadt sind dabei wichtige Schritte. Zur Einhaltung des Emissionsbudgets sind jedoch weitere Zwischenziele zwingend nötig sowie geeignete Maßnahmen, die das Erreichen der Pariser Klimaziele für Leipzig sicherstellen. Dies betrifft insbesondere das vorliegende Zukunftskonzept zur Fernwärmeversorgung. Die großen Fragen von Verkehrswende und Energieversorgung sowie Energieverbrauch und -effizienz werden mit den bisherigen Klimaschutzmaßnahmen nicht ausreichend berücksichtigt.

Auch der klaren Kommunikation der nötigen Maßnahmen sollte eine besondere Rolle zukommen, ebenso der Bürgerbeteiligung und der Transparenz in den Entscheidungen, die ergriffen werden. Denn eine echte Leipziger Emissions- und Energiewende ist nur unter großer Bereitschaft zur technischen Erneuerung und zum gesellschaftlichen Fortschritt unter der Mitwirkung der Leipziger*innen zu schaffen.

Für Rückfragen erreichen Sie uns unter
Leipzig[at]scientists4future.org


Download der Stellungnahme

Energystripes

Kohleausstieg bis 2038? Milliarden-Abfindungen an die Kohlekonzerne? Da hat wohl jemand gute Lobbyarbeit geleistet. Denn: Durch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist es sehr wahrscheinlich, dass Strom aus Braun- und Steinkohle schon deutlich früher unwirtschaftlich sein wird. Wie stark der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromproduktion in den letzten Jahren zugenommen hat, wollen wir euch in dieser Abbildung einmal zeigen.

Dargestellt ist die tägliche Stromproduktion in Deutschland (Datenquelle: energy-charts.de). Grüne Streifen stehen für Tage mit einem Anteil der erneuerbaren Energiequellen (Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse) von mehr als 50% an der Stromproduktion, schwarze Streifen für Tage mit einem größeren Anteil der konventionellen Quellen (Braunkohle, Steinkohle, Gas, Öl und Kernenergie). Je intensiver die Farbe, desto größer der Anteil aus den jeweiligen Quellen.

An immer mehr Tagen wird deutlich mehr Strom aus erneuerbaren als aus konventionellen Quellen eingespeist. Besonders erfreulich: 2020 besteht beinahe ausschließlich aus grünen Streifen. Wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt, wird Kohlestrom deutlich vor 2038 Geschichte sein.

Eine Stellungname der Scientists for Future zum Kohleausstiegsgesetz findet ihr hier:
Ein teuer erkaufter, zu langsamer Kohleausstieg

Den Code zum selber Plotten findet ihr auf unserer Github-Seite.


Die Abbildung ist von einem Artikel des Guardian inspiriert.

Dürrestreifen

Die Klimakrise führt in Deutschland nicht nur zu immer neuen Temperaturrekorden, sondern gerade in Mittel- und Nordostdeutschland kommt es auch zu einer deutlichen Veränderung der räumlichen und zeitlichen Niederschlagsverteilung. Insbesondere die Frühjahrsmonate waren in den vergangenen Jahren immer wieder von einer teils enormen Trockenheit betroffen. Dies kann gerade in dieser Jahreszeit katastrophale Auswirkungen auf die Natur und die Landwirtschaft haben. Um diese Veränderungen besser sichtbar zu machen, haben wir mit den Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes jongliert und herausgekommen sind die #Dürrestreifen. Sie zeigen, ähnlich zu den #warmingstripes, die monatlichen Niederschlagssummen als Abweichung vom Mittel der Jahre 1971 – 2000. Türkis bedeutet hier überdurchschnittliche, braun unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Ihr wollt die #Dürrestreifen für ein anderes Bundesland oder einen anderen Monat plotten? Dann schaut doch mal auf unserer Github-Seite vorbei, dort findet ihr unter anderem den vollständigen Python-Code.

Dürrestreifen von Deutschland für jeden April 1881 – 2020. Braun = negative Anomalie (weniger Niederschlag als der Durchschnitt), Türkis = positive Anomalie (mehr Niederschlag als der Durchschnitt)

#24HoursOfScience

Eine Galerie mit all unseren Social Media Posts vom digitalen Klimastreik 24.04.2020.