September 2020

Der September bot wettertechnisch dieses Jahr einiges an Abwechslung. So startete er vielfach spätsommerlich mit Hochdruck und Sonnenschein sowie praktisch kaum Regen und stellte zudem einige Temperaturrekorde auf. Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang erfolgte jedoch ein heftiger Wetterwechsel mit gebietsweise viel Regen und kaum noch mehr als 10 °C. Zudem fiel auf auf den Gipfellagen der erste Schnee der Saison, bevor es zum Monatsende wieder freundlicher und etwas wärmer wurde. Summa summarum erreichte der September 2020 in Deutschland 14,8 °C und war damit +1,5K zu warm gegenüber dem Mittel 1961-1990. Hierbei war besonders der Süden und Osten deutlich wärmer als üblich (2-3K), während es im Nordosten nur etwas mehr als 1K zu warm war. Dank der letzten Septemberwoche war die Niederschlagsstatistik mit 50 mm recht ausgeglichen (80%), jedoch regional sehr ungleich verteilt. Die momentan sehr von Dürre betroffene Osthälfte Deutschlands sowie der Alpenrand bekamen recht viel Regen ab, während es im Norden und Westen stellenweise kaum für die Hälfte des Normalwertes reichte. Zudem war der September praktisch im ganzen Land ein sehr sonniger Monat mit teilweise über 200h (statt 150h) Sonnenstunden.

In Sachsen legte der September beim Niederschlag mit 55 mm quasi eine „Punktlandung“ auf das langjährige Monatsmittel hin. Mit durchschnittlich 15,0°C (+1,6K) lagen die Temperaturen hier leicht über dem über Bundesschnitt. Zudem war es extrem sonnig und den durchschnittlich 150 Sonnenstunden standen im September 2020 fast 230h entgegen.

Auch in Leipzig war der September vielfach ein verkappter Sommermonat: Hier gab es nochmal ganze 12 Sommertage (normal 4) und sogar 3 heiße Tage über 30 °C, welche sonst im Schnitt nur alle paar Jahre einmal (!) auftreten. Insgesamt war der September hier im 17,1°C ganze 2,5 K zu warm. Beim Niederschlag wurde mit fast 50 mm das Mittel sogar leicht übererfüllt, jedoch kann dies mit Blick auf die trockenen Vormonate nur als der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein betrachtet werden. Mit fast 230 Sonnenstunden wurden mehr als 60% des astronomisch möglichen erreicht, was speziell für September einen außergewöhnlich hohen Wert entspricht.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Sommer 2020

Auch wenn der diesjährige Sommer nicht ganz so rekordverdächtig verlief wie die beiden Vorgänger 2018 und 2019, so war auch er wieder einmal deutlich zu warm; die Abweichung zum langjährigen Mittel 1961-1990 betrug mit einer Durchschnittstemperatur von 18,2 °C fast 2 K. Damit war der diesjährige Sommer der 24. (!) zu warme Sommer in Folge. Die größten positiven Abweichungen gab es dieses Jahr in der Mitte Deutschlands, während es an der Küste und im Alpenraum etwas weniger warm war. Besonders in Erinnerung blieb der August mit seiner langanhaltenden Hitzewelle, während es im Juni und Juli vergleichsweise wechselhaft war. Ein großes Problem des vergangenen Sommers war einmal mehr die Niederschlagsverteilung. Obwohl die Regenmengen im deutschlandweiten Mittel mit 230 mm nahezu im Soll lagen, sieht die Situation regional deutlich differenzierter aus, da sich insbesondere die Starkregenereignisse im Zusammenhang mit Gewittern nur lokal auswirkten. So gab es besonders in der Mitte Deutschlands einige Regionen, die nicht einmal 50% des Niederschlagssolls erreichten, sodass dort der 3. Dürresommer in Folge wütete. Das betrifft auch Teile Sachsen, selbst wenn sich auch hier das Flächenmittel mit 210 mm (95%) vergleichsweise feucht anhört. Hingegen reichte es in der Leipziger Region nur für etwas mehr als 100mm, was nur etwas mehr als der Hälfte des Normalwertes entspricht. Mit 18,7 °C war der Sommer hier sogar 2,2 K zu warm und fiel mit 670 statt 610 Sonnenstunden auch deutlich sonniger als üblich aus.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

August 2020

Mit dem August 2020 endete erneut ein viel zu warmer (Sommer)monat in Deutschland. Mit einem Durchschnittswert von 19,9°C betrug die Abweichung beeindruckende 3,4 K, sodass es sich nach dem Hitzesommer 2003 knapp vor 2015 und 2018 um den zweitwärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn handelte! Besonders die ersten 3 Wochen waren von anhaltender Hitze geprägt und erst das letzte Monatsdrittel brachte gemäßigtere Temperaturen und auch mehr Niederschlag, sodass der Monat deutschlandweit betrachtet sogar noch leicht zu feucht ausfiel (115% oder 90 mm), wobei dies aufgrund von lokaler Gewittertätigkeit regional sehr unterschiedlich war und einige Regionen viel zu trocken blieben, während andere (insbesondere der Alpenrand) sehr viel Regen abbekamen. Die Sonne zeigte sich insgesamt 220h (+10%), wobei diesmal insbesondere die bisher etwas vernachlässigten Küstengebiete profitieren konnten.

Mit 20,4 °C war der August in Sachsen sogar noch etwas wärmer (+3,6K), dafür allerdings auch etwas feuchter (100 mm bzw. 130%), was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es auch hier sehr trockene Regionen wie Westsachsen gab. In Leipzig stellte der August 2020 trotz einer vergleichsweise kühlen letzten Woche, einen neuen Wärmerekord auf. Mit einer Durchschnittstemperatur von 22,5 °C lag er um 3,6 K über der lokalen Referenzperiode von 1970-1999. Die höchste Temperatur wurde mit 37,2 °C am 21.08. erreicht. Insgesamt gab es 19 Sommer- und 11 heiße Tage und damit ebenfalls teils deutlich mehr als im langjährigen Mittel (14 bzw. 4). Besonders bemerkenswert war allerdings auch die hohe Zahl von Tagen, an denen es nicht kälter als 20 °C wurde. Statt durchschnittlich lediglich einen gab es 2020 ganze 6 solcher Tage, weitgehend hineinanderweg. Dazu kommen noch einige weitere Tropennächte und Nächte nur knapp unter dem Schwellwert von 20 °C. Da es auch trotz eines nassen Monatsendes erneut viel zu trocken blieb (45 mm – 70%), konnte sich die Dürresituation hier vor Ort nicht entspannen. Mit 223 Sonnenstunden gab es zudem exakt die Hälfte des astronomisch möglichen an Sonnenschein.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Juli 2020

Mit dem Juli 2020 endet erneut ein zu warmer und zu trockener Sommermonat. Während die Temperaturabweichung mit 17,7 °C nur 0,8 K über dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990 und im Vergleich zu vergangenen Jahren fast schon kühl ausfiel, war insbesondere die Niederschlagsausbeute wieder mehr als bedenklich und erreichte mit 50 mm nur ca. 65 % des Monatssolls, was die Dürre in vielen Landesteilen wieder verschärfte. Insgesamt zeigte sich das Juliwetter jedoch zweigeteilt: Während die Nordhälfte Deutschlands öfter von Tiefdruckgebieten erfasst wurde und sogar teilweise etwas zu kühl ausfiel, war der Süden öfter von subtropischen Luftmassen beeinflusst und deutlich wärmer, sodass es hier teilweise für Abweichungen von mehr als +2 K reichte. Die Trockenheit erfasste dagegen nahezu das gesamte Land, lediglich im unmittelbaren Küstenumfeld war es aufgrund der regen Tiefdrucktätigkeit teilweise sogar zu nass. Besonders gravierend war die Trockenheit in einem Streifen von Sachsen über die Mitte Deutschlands nach Baden-Württemberg, wo teilweise nicht einmal ein Viertel es Solls fiel. Die Sonne verhielt sich mal wieder spiegelbildlich zum Niederschlag und zeigte sich im Süden deutlich mehr als an der Küste, wo es verhältnismäßig trüb blieb.

In Sachsen war es mit 18,3 °C etwas wärmer als im Deutschlandmittel und lag ca. 1 K über dem langjährigen Klimanormalwert. Mit 30 mm fielen jedoch nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen 70 mm, während die Sonne 245h zu sehen war.

Ebenfalls knapp 1 K zu warm war der Juli 2020 in Leipzig mit einem Monatsmittel von etwas über 20 °C. Während die Anzahl der Sommertage (Tmax ≥ 25 °C) mit 20 deutlich überdurchschnittlich ausfiel (13-14 sonst üblich), gab es mit dem 19.07. nur einen heißen Tag, der knapp die 30-Grad-Marke überschritt (statt 4-5 normalerweise). Die Sonne zeigte sich mit 241 h nahezu genau halb so oft wie astronomisch möglich wäre. Mit weniger als 20 mm (30 %) war es in Leipzig nochmals trockener als im restlichen Sachsen, sodass sich in Mitteldeutschland auch 2020 bereits ein deutliches Niederschlagsdefizit ausgebildet hat und wir den dritten Dürresommer in Folge erleben.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Juni 2020

Im Vergleich zum rekordwarmen Juni 2019 zeigte sich der Juni 2020 deutlich gemäßigter, fiel allerdings trotz recht wechselhafter Witterung immer noch deutlich zu warm aus (wie jeder Juni seit nunmehr über 10 Jahren). Im Deutschlandmittel betrug die Junitemperatur 16,8 °C und lag somit um 1,4 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Allerdings war der Temperaturüberschuss sehr ungleich verteilt. Während der Juni in Bayern fast normal ausfiel, betrug die Abweichung in der Nordhälfte vielfach über 2 K. Die Niederschlagsmenge lag mit 90 mm tatsächlich sogar leicht über dem Soll (85 mm), war jedoch extrem ungleichmäßig verteilt. Während einige Regionen mehr als doppelt so viel wie üblich abbekamen, reichte es anderenorts für nicht einmal 50 %. Ursache hierfür waren zahlreiche Gewitter, die sich entlang einer Tiefdruckrinne entwickelten und regional sehr ungleichmäßig entluden. Besonders feucht und entsprechend trüb war es im Südosten, während die küstennahen Gebiete recht sonnenverwöhnt, aber vielfach zu trocken waren.

In Sachsen betrug die Temperaturabweichung im Juni 1,7 K, wobei auch hier der Norden tendenziell wärmer als der Süden war. Auch der Niederschlag fiel hier regional sehr ungleichmäßig (trocken im Norden, feucht im Bergland), jedoch im Mittel reichte es tatsächlich mit 85 mm für ca. 110 % des Sollwertes.

Die Messungen am Leipziger Institut für Meteorologie bestätigen die Ungleichverteilung, denn in der bezogen auf Restsachsen eher nördlich gelegenen Stadt fiel der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von 19,4 °C deutlich zu warm aus (+2,3 K). Dies ging einher mit immerhin 16 Sommertagen (Tmax ≥ 25°C), doppelt so viel wie normal zu erwarten wären, und 2 heißen Tagen (Tmax ≥ 30°C), was ziemlich genau dem Durchschnitt entspricht. Die höchste Temperatur wurde am 13.06. mit 31,7 °C registriert. Als Vergleich der Rekord-Juni 2019, der es auf 25 Sommer- und 10 heiße Tage bei einer Temperaturabweichung von sagenhaften 5,7 K brachte und mit fast 39 °C einen neuen Temperaturrekord für Leipzig aufstellte. Auch beim Niederschlag setzte sich leider der Negativtrend fort und mit 46 mm reichte es nur für knapp 80 % des Sollwertes. Damit war er wie alle Monate seit März 2020 (etwas) zu trocken. Die Sonne schien insgesamt 209 h, was 43 % des astronomisch möglichen entspricht.

Zum Schluss noch ein Blick auf die globale Temperaturverteilung: Hier fällt besonders eine extreme Wärmeanomalie über dem nördlichen Sibirien ins Auge, wo der Juni teilweise bis zu 10 K zu warm war. Besonders beunruhigend ist zudem, dass diese extremen Abweichungen bereits seit Jahresanfang anhalten und zahlreiche Vegetationsbrände befeuern sowie zum Rückgang des Meereises in der Region beitragen.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Frühjahr 2020

Mit dem Mai endete auch der meteorologische Frühling, sodass wir auch einen kleinen Rückblick auf das Frühlingswetter des Jahres 2020 werfen können. Da mit dem März und April gleich zwei Monate teils deutlich zu warm ausfielen und der Mai nahe dem langjährigen Mittel lag, verwundert es wenig, dass auch das Frühjahr 2020 in Gänze mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 °C um 1,5 K über dem langjährigen Mittel lag, wobei es im Südwesten teilweise sogar bis zu 2,5 K wärmer als üblich war. Noch wesentlich dramatischer gestaltete sich die Niederschlagssituation, denn quasi überall in Deutschland fehlte seit Mitte März ein Großteil der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Insgesamt fielen im Mittel lediglich 108 mm, was nur etwas mehr als der Hälfte der sonst üblichen Menge von knapp 190 mm entspricht. Dies macht 2020 zum siebten, teils deutlich zu trockenen Frühjahr in Folge machte. Ein recht deutlicher Hinweis auf sich abzeichnende Witterungsänderungen in Folge des Klimawandels. In Zusammenspiel mit den überdurchschnittlich warmen Temperaturen und vieler Sonnenstunden konnte sich so die bereits seit Frühjahr 2018 bestehende Dürresituation weiter teils dramatisch verschärfen. Die Sonne zeigte sich übrigens insgesamt über 700 h lang und übererfüllte das Soll somit um 50%, sodass 2020 zusammen mit 2011 den sonnenscheinreichsten Frühling seit Aufzeichnungsbeginn vor knapp 70 Jahren markiert.

In Sachsen lief das Frühjahr im Großen und Ganzen recht ähnlich ab, wenngleich es mit 8,7 °C hier nur ein 1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel war, was hauptsächlich am hier etwas kühleren Mai lag. Mit 105 mm war es zudem auch etwas trockener als im Deutschlandmittel, was jedoch recht normal ist. Nichtsdestotrotz fielen auch hier nur knapp 60 % des Sollniederschlags, wobei besonders der April vielfach kaum Regen brachte. Die Sonne zeigte sich mit 685 h dagegen ausgesprochen häufig.

Alle Zahlenwerte wurden wie immer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) übernommen

Mai 2020

Wie bereits im vergangenen Jahr fiel auch diesmal der Mai als erster Monat des Jahres zu kühl aus, wenngleich auch auf einem anderen Niveau, denn mit einer negativen Abweichung von lediglich 0,2 K gegenüber 1961-1990 kann der Monat als ziemlich normal angesehen werden. Gleichzeitig war der Mai 2020 auch der erste Monat seit einem Jahr, der nicht (deutlich) zu warm ausfiel. Insgesamt zeigte sich der Mai recht durchwachsen und wechselhaft, wobei sich kühle und wärmere Phasen häufig abwechselten und zudem regional ziemlich unterschiedlich ausfielen. Während wie erwähnt die deutschlandweite Durchschnittstemperatur mit 11,9 °C recht gut im Mittel lag, war der Monat im äußersten Südwesten über 1 K zu warm, während im Gegenzug die Osthälfte sogar teilweise bis zu 1 K zu kalt ausfiel. Diese Ungleichverteilung setzte sich bei der Sonnenscheinausbeute fort. Während die Nordosthälfte „nur“ den Bereich des langjährigen Mittels erreichte, bekam der Süden und Westen vielfach 150 % des Sonnenscheinsolls ab. Deutschlandweit reichte es im Durchschnitt so zu knapp 115 % oder 230 h Sonnenschein. Hinsichtlich des Niederschlags setzte sich leider die Dürre der vergangenen Monate fort und es fielen nur zu 40 statt 70 l/m2. Besonders trocken war hierbei der Westen Deutschlands, der es teilweise nur 15 % des Sollwertes brachte, während einige Tiefausläufer und heftige Gewitter lokal im Süden und der Mitte für deutlich mehr Niederschlag sorgten.

Die heterogene Witterung des Mais sorgt beim sächsischen Wetterrückblick für einige Unterschiede im Vergleich zum Deutschlandwetter. So war der Mai 2020 in Sachsen mit 11,3 °C knapp 1 K zu kalt, erfüllte beim Niederschlag mit 60 statt 67 l/m2 jedoch fast das langjährige Mittel und war zugleich das Bundesland mit den wenigsten Sonnenstunden, auch wenn diese mit 210 h immer noch leicht über dem Erwartungswert von rund 200 h lagen.

Ähnlich wie in Sachsen war der Mai 2020 auch in Leipzig mit einer Durchschnittstemperatur von 13,4 °C recht unterkühlt, die negative Abweichung betrug hier immerhin 0,9 K. Mit 25,1 °C reichte es lediglich am 10.05. ganz knapp für einen Sommertag (normal wären 4,6 Tage zu erwarten), während es bereits 36 h später fast noch einmal Frost gab. Obwohl der Mai auch in Leipzig mit 35,8 mm deutlich feuchter war als die anderen Frühjahrsmonate, erreichte er doch nur 72 % des Solls, sodass sich die Dürrebedingungen besonders in tiefen Bodenschichten weiter verschärfen konnten. Die Sonne zeigte sich insgesamt 235 h und erreichte damit knapp die Hälfte des astronomisch möglichen.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

April 2020

Der April 2020 verlief eigentlich genauso wie man es von den Aprils der jüngeren Vergangenheit gewöhnt ist: deutlich zu warm, viel zu trocken und extrem sonnig. Ursache dafür war einmal mehr eine andauernde Hochdrucklage über Mitteleuropa. So betrug deutschlandweit die Durchschnittstemperatur 10,5 °C, was 3,1 K über dem langjährigen Mittel 1961-1990 liegt und somit der 23. zu warme April in Folge! Auch beim Niederschlag sieht es nicht besser aus, hier war seit 2009 jeder April zu trocken und diesmal war er extrem trocken und belegt deutschlandweit mit 17 statt 58 l/m2 den 3. Platz. Jedoch gab es hier regional große Unterschiede und lokal blieb es auch (fast) gänzlich trocken. Da auch bereits der März zu trocken ausfiel und viele Gegenden noch immer ein beachtliches Niederschlagsdefizit aus 2018/19 mitschleppen, intensivierte sich die Dürre in Deutschland weiter und auch die Wald- und Feldbrandgefahr steigt rapide an. Während der Niederschlagsmangel die Kehrseite der Hochdrucklagen ist, sorgten sie auch für einen neuen Sonnenscheinrekord und mit fast 300 h schien die Sonne fast doppelt so häufig wie normalerweise in einem April.

Auch in Sachsen war der April mit durchschnittlich 10 °C deutlich zu warm (+2,7 K), sehr trocken (mit 10 l/m2 fielen nicht einmal 20% des Sollwertes) und extrem sonnig. Nichtsdestotrotz gab es aufgrund der Hochdrucklagen, die tagsüber verbreitet über 20 Grad brachten, nachts auch häufig Frost, fallweise mehr als in manchen vorangegangenem Wintermonat.

Hier bei uns in Leipzig brachte es der April auf durchschnittlich 11,9 °C (+3 K) und stellte einen neuen Negativrekord beim Niederschlag auf: Mit 2,5 mm (5 %) fiel hier so wenig Regen wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn am Institut für Meteorologie 1963. Da auch die letzten beiden Märzdekaden sehr trocken waren, gab es in den 50 Tagen seit 12.3. gerade einmal 7 mm Niederschlag, was die Dürre in der Region wieder massiv verschärfte. Die Sonne schien hier dagegen mit 288h (70 % des astronomisch möglichen) so oft wie noch nie in einem April der jüngeren Geschichte.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, LIM für Leipzig

März 2020

Mit dem März 2020 ging erneut ein deutlich zu milder Monat in Deutschland zu Ende, wenngleich die positive Anomalie gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 mit 1,8 K etwas geringer als in den Vormonaten ausfiel. Startete März noch ähnlich wie der Januar und Februar vergleichsweise tiefdrucklastig und entsprechend nass und mild, drehte sich die Großwetterlage im Monatsverlauf immer mehr in Richtung Hochdruck. Damit einher ging neben viel Sonnenschein auch eine zunehmende Trockenheit, die bereits im Osten schon wieder erste Dürreanzeichen hervortreten lässt. Mit dem Hochdruck etablierte sich allerdings auch eine kalte, östliche Strömung, die besonders nachts für Temperaturen sorgte, die im gesamten Winter zuvor nicht aufgetreten waren. Die Durchschnittstemperatur erreichte so trotz mildem Monatsstart und vereinzelten Höchstwerten von über 20 °C am Ende „nur“ leicht zu warme 5,3 °C. Die Niederschlagsbilanz ist mit 50 l/m2 fast ausgeglichen und lediglich zu 10 % unterschritten, allerdings mit einem teils starken West-Ost-Gefälle versehen und geht fast ausschließlich auf die erste Märzhälfte zurück. Das Hochdruckwetter der zweiten Monatshälfte bescherte dagegen viel Sonne, sodass mit 175 h das Soll um fast 60 % übererfüllt wurde und der März 2020 einer der sonnigsten der letzten 70 Jahre ist.

In Sachsen verhielt sich das Märzwetter ähnlich wie zum Rest Deutschlands, im Fall der Sonnenscheindauer sogar exakt gleich. Das Niederschlagssoll von 47 l/m2 wurde fast erreicht, während die Temperaturabweichung mit 1,5 K etwas geringer ausfiel. Hier machte sich besonders die Ostströmung mit nächtlichen Tiefstwerten von um die -10 °C am Monatsende deutlich bemerkbar; Temperaturen, die im bisherigen Winterverlauf völlig fehlten. Leipzig fügt sich gut in dieses Bild ein und auch hier wurde am 23.03. die tiefste Temperatur des gesamten „Winters“ gemessen, wobei selbst dies vergleichsweise lächerliche -3,7 °C waren. Summa summarum erreichte der März in Leipzig 6,4 °C (+1.2 K), 33,6 l/m2 Regen (86 %) und 177 Sonnenstunden.

Alle Wetterdaten für Deutschland und Sachsen wie üblich vom Deutschen Wetterdienst und für Leipzig vom Institut für Meteorologie der Uni Leipzig.

Anmerkung: Mit dem März fand ein Wechsel der Farbskala statt. Zuvor wurde die die Farbskala “RdBu” des Python-Moduls Matplotlib genutzt, ab März wird eine individuelle Farbskala genutzt die mehr jener der originalen warming stripes von Ed Hawkins enspricht. Die Ankerpunkte der neuen Farbskala lauten in hexcode: #08306b, #08519c, #2171b5, #4292c6, #6baed6, #9ecae1, #c6dbef, #deebf7, #fee0d2, #fcbba1, #fc9272, #fb6a4a, #ef3b2c, #cb181d, #a50f15, #67000d

Februar 2020

Auch der Februar 2020 stand hinsichtlich der Temperaturabweichung den anderen beiden Wintermonaten in nichts nach bzw. fiel mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 °C sogar noch milder aus, die Abweichung betrug deutschlandweit fast 5 K (gegenüber 1961-1990), sodass er nach 1990 als zweitwärmster Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingeht. Worin er sich jedoch glücklicherweise von den Vormonaten unterschied, war die Niederschlagstätigkeit. Obwohl üblicherweise im Jahresverlauf einer trockensten Monate, brachte der Februar 2020 mit 125 l/m2 gut das zweieinhalbfache des Normalwertes, was ihn deutschlandweit ebenfalls auf Platz 2 führt. Lokal gab es besonders im Norden teilweise die 4-5 fache Niederschlagsmenge! Da jedoch seit fast einem Jahr mit Ausnahme des Oktobers alle Monate teils deutlich zu trocken ausfielen, half der überdurchschnittliche Niederschlag Wasserreservoirs im Boden und Talsperren zu füllen, ohne größere Überschwemmungen auszulösen. Begleitet wurde der Regen häufig durch Stürme und eine leicht unterdurchschnittliche Sonnenausbeute. Ursache für all diese Wettererscheinungen war eine stabile Großwetterlage, welche beständig kräftige Tiefdruckgebiete mit viel Regen, Sturm und milden Luftmassen vom Atlantik in weite Teile Europas brachte und verbreitet für Temperaturrekorde sorgte, die besonders in Nord- und Osteuropa teilweise zweistellige positive Anomalien hervorbrachte.

Obwohl Sachsen mit 5,0 °C leicht kühler als im Deutschlandmittel ausfiel, lag die Abweichung mit +5,3 K sogar noch höher, da Sachsen für gewöhnlich eines der kältesten dt. Bundesländer ist. Der Niederschlag fiel mit 100 l/m2 zwar etwas geringer als, was jedoch auch der langjährigen Verteilung entspricht und immer noch ca. 235 % bedeutet. Besonders augenfällig waren auch die Tiefsttemperaturen, welche teilweise nicht einmal unter den Gefrierpunkt sanken, was so selbst 1990 nicht geschah. In Leipzig reichte es am 08.02. immerhin für einige Minuten für -0,1 °C. Fast unnötig zu erwähnen, dass auch der Februar hier schneefrei blieb.

Alle zugrundeliegende Daten für Deutschland und Sachsen stammen jeweils vom Deutschen Wetterdienst, jene aus Leipzig beziehen sich auf die Messungen des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig.

Januar 2020

Fast schon keine Überraschung mehr. Auch der erste Monat des Jahres 2020 startete so wie schon die meisten anderen Monate zuvor: viel zu warm, deutlich zu trocken und zu sonnig. Besonders auffällig waren im Januar die stark überdurchschnittlichen Temperaturen. Mit der einer deutschlandweiten Durchschnittstemperatur von 3,3 °C lag der Monat 3,8 K über dem Mittel 1961-1990 und war geprägt von West- und Südwestlagen, die konstant milde Luft nach Deutschland brachten. Zur Monatsmitte brachte Hochdruckeinfluss bodennah zwar kurzzeitig auch etwas kühleres Wetter, aber auch viel Sonne und wenig Niederschlag. Das Niederschlagsdefizit beläuft sich auf ca. 30 % mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle. Die Sonne verhielt sich spiegelbildlich und war besonders im Süden sehr stark vertreten. Deutschlandweit lagen die Werte ca. 30 % über dem Durchschnitt.

Während die Temperaturabweichung in Sachsen etwas geringer als im Deutschlandmittel ausfiel, fielen hier verbreitet nicht einmal 50 % des Niederschlagssolls (landesweit 20 mm statt knapp 50 mm), während die Sonne mit 65 h überdurchschnittlich häufig zu sehen war. In Leipzig sah der Januar nicht groß anders aus. Die Durchschnittstemperatur lag bei 4,6 °C, was ebenfalls knapp 4 K über dem langjährigen Mittel liegt. Daher warten wir in Leipzig auch noch immer auf den ersten Schnee des Jahres. Ansonsten war der Januar hier mit knapp 84 % (30 mm) des Niederschlagssoll zwar im Vergleich zum restlichen Bundesland relativ nass, aber eben doch wie fast alle Monate seit einem Jahr (abgesehen vom vergangenen Oktober) zu trocken, was keine guten Voraussetzungen für die kommende warme Jahreszeit sind.

Besonders ausgeprägt waren in diesem Januar die Temperaturanomalien auf der Nordhemisphäre, besonders in Eurasien. In weiten Teilen Russlands und Skandinaviens lagen die Temperaturabweichungen verbreitet zwischen 5 und 10 K, teilweise sogar bis zu 15 K über dem langjährigen Mittel!

Alle Wetterdaten für Deutschland und Sachsen wie üblich vom Deutschen Wetterdienst und für Leipzig vom Institut für Meteorologie der Uni Leipzig.

2019

Auch im Jahr 2019 zeigte sich (leider) wieder ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren: zu warm, zu trocken und zu sonnig, wenngleich es nicht ganz mit dem vergangenen Rekordjahr 2018 mithalten konnte. Hinsichtlich der Temperatur teilt es sich mit einer positiven Abweichung von 2,1 K gemeinsam mit 2014 den zweiten und dritten Platz in der Hitliste der wärmsten Jahre seit dem Aufzeichnungsbeginn 1881. Dementsprechend überdurchschnittlich gestaltete sich die Temperatur (fast) im gesamten Jahresverlauf. Bereits der Winter glänzte im Tiefland weitgehend durch Abwesenheit und fiel recht mild aus. Die positiven Abweichungen setzten sich auch im März und April fort, welche teilweise bereits frühsommerliche Züge zeigten. Lediglich der Mai fiel etwas aus der Reihe und schloss deutlich unterdurchschnittlich ab, bevor dann schließlich zum Monatswechsel ab Juni ein extrem heißer, sonniger und trockener Sommer begann, der bundesweit zahlreiche neue Temperaturrekorde brachte. So wurde am 25.07. mit extremen 42,6 °C ein neuer deutscher Temperaturrekord aufgestellt. Erst ab September gestaltete sich das Wetter dann wieder etwas gemäßigter mit häufigeren Niederschlagsphasen und etwas geringeren positiven Temperaturabweichungen. Trotzdem fiel 2019 unterm Strich schließlich mit durchschnittlich 93 % Prozent des Jahresniederschlags etwas zu trocken und deutlich zu sonnig aus (ca. 120 %).

Bei genauerer Betrachtung der regionalen Unterschiede fällt auf, dass insbesondere die Nordosthälfte im Mittel wärmer, trockener und sonniger ausfiel als die Südwesthälfte Deutschlands. Dies machte sich dann auch besonders in Sachsen bemerkbar, welches mit einer Abweichung von 2,3 K über den langjährigen Mittel das wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnungsbeginn erlebte. Auch das Niederschlagsdefizit machte sich hier mit über 100 l/m2 besonders bemerkbar, während im Gegenzug Sachsen gleichzeitig das sonnenreichste Bundesland war. Ganz ähnlich, mit einem Defizit von fast 150 l/m2 aber nochmals trockener gestaltete sich das Wetterjahr 2019 in Leipzig. Hinsichtlich der Temperatur reiht es sich hier nach 2014 und 2018 auf Platz 3 ein. Nichtsdestotrotz wurde auch in Leipzig an der Messstation der Uni Leipzig am 30.06. ein neuer Temperaturrekord von 38,7 °C erreicht.

Alle zugrundeliegende Daten für Deutschland und Sachsen stammen jeweils vom Deutschen Wetterdienst, jene aus Leipzig beziehen sich auf die Messungen des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig.