Juli 2021

Gemessen an den vergangenen, teils rekordwarmen und sehr trockenen Julis der letzten Jahre zeigte sich der Juli 2021 deutlich wechselhafter und zumindest gefühlt weniger sommerlich. Gemessen an der Durchschnittstemperatur der Jahre 1961-1990 war der Monat mit 18,3 °C jedoch alles andere als kühl, sondern sogar 1,4 K zu warm. Und selbst verglichen mit der bereits stark vom allgemeinen Erwärmungstrend betroffenen Periode 1991-2020 gliedert er sich exakt ins Mittel ein. Allerdings ist hinsichtlich der Temperaturanomalie ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu erkennen, wobei es diesmal besonders im Norden und auch in Teilen des Ostens deutlich zu warm war (bis zu +2 K gegenüber 1991-2020), während der Süden eher unterkühlt ausfiel (tw. -1,5 K). Besonders im Gedächtnis bleibt der Juli 2021 jedoch aufgrund des gefallenen Niederschlags, denn er war deutschlandweit deutlich zu feucht und kam mit ca. 110 mm auf je nach Referenzperiode 125-140 % seines Solls, wobei auch hier größere regionale Unterschiede hervorstechen. Teilweise mehr als das Doppelte bis Dreifache des Monatswertes fielen verbreitet im Westen Deutschlands sowie in Hochlagen der ostdeutschen Mittelgebirge und am Alpenrand. Da zudem ein Großteil dieses Niederschlags oft als heftiger Starkregen teilweise in nur wenigen Stunden oder Tagen fiel und so zahlreiche neue Regenrekorde in den betroffenen Regionen aufstellte, waren lokal verherrende Überschwemmungen die Folge, wobei insbesondere die Eifelregion teils ungeahnte Hochwasser mit hohen Opferzahlen und schwersten Zerstörungen zu verzeichnen hatte. Deutlich trockener war es in der Nordhälfte, wo lokal nicht einmal die Hälfte des Monatssolls erreicht wurde, allerdings sorgte auch hier lokale Gewitteraktivität für größere Unterschiede auf kleinem Raum. Sonnenscheintechnisch eine eher trübe Angelegenheit war der Juli 2021 deutschlandweit und kaum eine Station erreichte ihr Monatssoll. Stattdessen gab es vielfach nur 75-95 % der üblichen Sonnenstunden mit einem Minimum im Westen und einem Maximum im Nordosten, wobei im Mittel mit 200 h immerhin ca. 90 % des Normalwertes erreicht wurden.

In Sachsen war es mit 18,4 °C im Durchschnitt sogar minimal wärmer als im Deutschlandmittel, was gegenüber 1961-1990 einem Plus von 1,2 K entspricht. Der Niederschlag fiel mit 125 mm zwar deutlich überdurchschnittlich aus (180%), hatte jedoch hier nur vereinzelt katastrophale Auswirkungen, wenn lokale Starkregenereignisse im Gebirge niedergingen wie z.B. in einigen Tälern der Sächsischen Schweiz. Mit 200 Sonnenstunden wurde das Mittel hier immerhin fast erreicht.

Rein von den Höchstwerten betrachtet, erlebte Leipzig einen durchaus sommerlichen Juli. So wurden in Leipzig-Holzhausen an der DWD-Station immerhin 17 Sommertage und 1 heißer Tag registriert. An der stärker durch den städtischen Hitzeinseleffekt beeinflussten Station der Universität Leipzig gab es sogar 23 Sommertage und 4 heiße Tage, womit es deutlich mehr Sommertage als im Mittel der vergangenen 30 Jahre gab (18), aber doch weniger heiße Tage (7), die zudem mit bis zu 32 °C die 30-Grad-Marke auch nur eher geringfügig überschritten . Insgesamt war der Juli 2021 jedoch auch hier 0,6 K wärmer als im Mittel 1991-2020. Und auch beim Niederschlag gab es signifikante Abweichungen zwischen beiden Stationen: Während in Holzhausen etwas über 100mm registriert wurden, kam die Uni-Station mit 51,6 mm nur auf rund die Hälfte, sodass es hier sogar nur für trockene 64 % des Monatssolls gereicht hat. Dies bestätigt auch noch einmal die kleinräumigen Auswirkungen von lokalen Gewittern, welche in diesem Fall das Leipziger Stadtzentrum – wie meistens – links liegen ließen. Mit 210 Sonnenstunden wurden zudem nur 43 % des astronomisch möglichen Solls ausgereizt, was verglichen mit den sehr sonnigen Vorjahresmonaten, die teilweise bis zu 333h erreicht hatten, recht bescheiden daher kommt.

Datenquelle: DWD-Statistik für Deutschland und Sachsen, DWD-Station Leipzig-Holzhausen sowie Leipziger Institut für Meteorologie

Juni 2021

Nach den beiden deutlich zu kühlen Frühjahrsmonaten April und Mai durchbrach der Juni die eingefahrenen Wettermuster und bescherte Deutschland einen extrem sommerlichen Monat mit mehreren Hitzewellen, die regional mit teilweise sehr heftigen Gewittern einhergingen. Dabei handelte es sich beim Juni 2021 deutschlandweit mit einer Durchschnittstemperatur von 19,0 °C um den drittwärmsten Juni seit Aufzeichnungsbeginn vor 140 Jahren. Er lag hierbei 3,6 K über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961-1990 und immer noch 2,6 K verglichen mit den vergangenen 30 Jahren. Wärmer war der Juni in Deutschland nur noch 2003 (19,4 °C) und 2019 (19,8 °C). Regional war es sogar noch heißer, so besonders im Raum Berlin/Brandenburg, wo die Abweichung gegenüber 1961-90 sogar um die 4,5 K betrug. Im Vergleich zu 2019 als überwiegend sehr trockenes Hochdruckwetter bestimmend war, wurden dieses Jahr vielfach schwülwarme Luftmassen nach Deutschland geführt, die einerseits für eine Vielzahl von sehr warmen und teilweise sogar Tropenächten (Tmin > 20 °C) sorgten, anderseits aber auch ideale Bedingungen für heftige Gewitter mit Hagel und Starkregen schafften. Diese sorgten dann auch trotz ihres regional sehr unterschiedlichen Auftretens dafür, dass der Monat im Mittel zu nass ausfiel. Während der gesamte Nordosten (inklusive Berlin) bis zum 29.06. durch extreme Trockenheit und eine sich verschärfende Dürre auffiel und teilweise nur 10% seines Niederschlagssolls erreichte, brachten kräftige Gewitter und konvektiv-verstärkte Starkregenfälle mit lokal bis zu 200 mm am 30.06. den entsprechenden Gebieten doch noch eine ausgeglichene bzw. sogar überdurchschnittliche Niederschlagsausbeute. Lediglich im äußersten Nordosten blieb es mit 50% auch dann noch deutlich zu trocken. Viele andere Regionen Deutschlands konnten sich jedoch über viel Regen freuen, wobei die teilweise extrem heftigen Gewitter und Starkregenfälle punktuell auch zu viel des Guten waren und für Überflutungen sorgten. Nichtsdestotrotz war der Juni auch ziemlich sonnig und übertraf das langjährige Mittel je nach Bezugszeitraum um 20 bzw. 30% mit einem Maximum an der Ostseeküste.

In Sachsen war der Juni mit durchschnittlich 19,1 °C ungefähr 3,5 K zu warm, mit 65 mm leicht zu trocken und etwas sonniger als im langjährigen Mittel.

In Leipzig war der Monat hier mit durchschnittlich 21,7 °C um gut 3,4 K wärmer als das Mittel 1970-2000, was ihn nach 2019 sogar zum zweitwärmsten Juni seit Aufzeichnungsbeginn (hier 1963) machte. Insgesamt wurden hier an der etwas außerhalb gelegenen DWD-Station in Holzhausen immerhin 19 Sommertage registriert, an der Station der Uni-Meteorologen waren es aufgrund der Innenstadtlage sogar beeindruckende 23 – und damit nur zwei weniger als im Rekordjuni 2019. Im langjährigen Mittel wären mit 12 nur knapp halb so viele erwartbar gewesen. Die Zahl der heißen Tage lag mit 5 bzw. 6 allerdings deutlich hinter 2019 (10), jedoch sind auch dies doppelt so viele wie gewöhnlich zu erwarten sind. Die höchste Temperatur wurde am 19.06. mit 35,4 °C gemessen. Zusätzlich schlug der Juni in Leipzig mit 2 tropischen Nächten zu buche, wobei mit 23,1 °C am 20.06 die zweitwärmste je in Leipzig gemessene Nacht auftrat. Außerdem gab es ganze 25 Tage, die nicht kälter als 15 °C waren – ein guter Indikator für die vorherrschenden schwülwarmen Luftmassen mit hohen Taupunkten, welche jedoch in Leipzig – man möchte fast sagen wenig überraschend - nicht in ganz so vielen bzw. so heftigen Gewittern mündeten wie anderenorts. So wurde das Monatssoll in Leipzig mit 45 mm um reichlich 20% verfehlt, allerdings sorgten die starken konvektiven Ereignisse für teilweise enorme Unterschiede auf kleinstem Raum und insbesondere der Westen Leipzig erfüllt sein Monatssoll um gut das Doppelte, während östliche Stadtteile deutlich trockener ausgingen. Mit 260 Sonnenscheinstunden war es in Leipzig sehr sonnig und es wurde knapp die Hälfte des astronomisch möglichen erreicht, was gegenüber dem Rekordmonat 2019 aber trotzdem fast 15% weniger sind.

Datenquelle: DWD-Statistik für Deutschland und Sachsen, DWD-Station Leipzig-Holzhausen sowie Leipziger Institut für Meteorologie

April 2021

Mit dem April 2021 ging ein für unsere Zeit sehr ungewöhnlicher Monat zu Ende, denn mit einer Abweichung von -1,3 K gegenüber 1961-1990 war er einerseits der erste nennenswert zu kalte Monat seit Mai 2019 (-1 K) und gleichzeitig der mit der größten negativen Abweichung seit Februar 2018 (-2,1 K). Noch deutlicher wird der Vergleich mit den vergangenen Aprilmonaten: Möchte man einen zu kühlen April finden, muss man bereits bis 1997 (-1 K) zurückblicken und um in vergleichbare Dimensionen wie dieses Jahr vorzustoßen, sogar schon zurück bis ins Jahr 1980 (-1,3 K) – also mehr als 40 Jahre! Demnach war der diesjährige April für die meisten schon außergewöhnlich kühl, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der April gleichzeitig jener Monat ist, der am stärksten von der bisherigen Erwärmung betroffen ist (die Durchschnittstemperatur des April von 1991-2020 liegt bereits 1,6 K über der vorherigen, sodass der April 2021 demgegenüber sogar fast 3 K zu kalt war) und in den vergangenen 15 Jahre diverse Rekorde aufgestellt hat (der Rekordhalter 2018 war mehr als 6 K wärmer als dieses Jahr). Die hohe negative Abweichung ist sogar umso erstaunlicher, wenn man beachtet, dass der April sogar regional mit einem Sommertag (Tmax > 25 °C) begann. Anschließend war er jedoch von wiederholten Kaltlufteinbrüchen geprägt, die teils direkt aus der Arktis ihren Weg zu uns fanden und zahlreiche Frostnächte und den ein oder anderen Schneefall zur Folge hatten. So wurden an vielen Stationen sogar so viele Frosttage (Tmin < 0) wie noch nie zuvor registriert.

Wo sich der April hingegen auch 2021 treu blieb, war (leider) die Niederschlagsausbeute, denn mit ca. 35 mm (60 %) war er der 14. (deutlich) zu trockene April in Folge. Dazu gab es deutschlandweit rund 185 h Sonne, was zwar gegenüber 1961-90 ein Plus von 20 % darstellt, aber verglichen mit den letzten 30 Jahren bereits Durchschnitt darstellt.

Regional gab es allerdings durchaus einige Unterschiede: Gegenüber dem Klimamittel 1961-90 zu kalt war es zwar in ganz Deutschland, allerdings fiel die negative Abweichung mit 0,5-1 K an der Küste und im äußersten Südwesten noch relativ klein aus, während es über weiten Teilen der Mitte Deutschlands teils mehr als 2 K zu kalt blieb. Ein ähnliches Muster gab es beim Niederschlag; während es im Süden und auch Teilen des Norden deutlich zu trocken war (oft kaum mehr als die Hälfte des Solls, besonders im Süden sogar noch viel weniger), gab es in einem breiten Streifen quer über die Mitte Deutschlands weitgehend ausgeglichene und lokal sogar überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Die Sonne verhielt sich erneut weitgehend spiegelbildlich dazu.

Für Sachsen bedeutet dies mit durchschnittlich 5,5 °C einen um 1,7 K zu kalten Monat, der nur 60 % (35 mm) des Niederschlags brachte, jedoch immerhin fast sein Sonnenscheinsoll erreichte, wenngleich es damit trotzdem das Schlusslicht in Deutschland darstellt.

In Leipzig lag der April mit einer Durchschnittstemperatur von ungefähr 6,5 °C fast 2 K unter dem Mittel 1961-1990, insgesamt fielen knapp 40 mm Regen, was zwar deutlich mehr als der April 2019 und 2020 zusammen sind, aber doch nur ca. 70 % des Solls entspricht. Die Sonne schien 178 h und erfüllt damit ungefähr 120 % ihres Solls. Insgesamt gab es in Leipzig im April 9 Frosttage und damit genauso viele wie letztmals 1881, womit auch hier der alte Rekord eingestellt wurde. An immerhin 2 Tagen wurde die 20 °C-Marke knapp übersprungen, was aber auch nichts daran ändert, dass sowohl der Februar als auch der März wärmere Tage zu bieten hatten als der diesjährige April.

Datenquelle: DWD-Statistik für Deutschland und Sachsen, DWD-Stationen Leipzig-Holzhausen/Flughafen_Leipzig/Halle

März 2021

Mit dem März 2021 würde eigentlich ein relativ normaler Frühjahrsmonat zu Ende gehen, wenn da nicht die letzten beiden Tage gewesen wären, welche in Folge in einer südwestlichen Strömung verbreitet sommerliche Werte von über 25 °C im Petto hatten. Im Zuge dessen wurden wie bereits erst im Februar erneut zahlreiche Monatsrekorde an diversen Stationen in Deutschland und Europa aufgestellt und mit 27,2 °C in Rheinau wurde sogar ein neuer Deutschlandrekord für den März aufgestellt. Diese „Hitzewelle“ war dann letztendlich auch der Grund, weshalb der März doch noch leicht zu mild ausfiel und zwar mit 4,8 °C sowohl gegenüber dem langjährigen Vergleichszeitraum 1961-1990 (+1,5 K) als auch gegenüber der aktuelleren 1991-2020 (+0,4 K). Die Niederschlagssituation sah deutschlandweit mit 45 mm (75 %) weniger rosig aus, wobei es hier größere regionale Unterschiede gab. Im Norden in Küstennähe wurde das Soll sogar 20-30 % übererfüllt, während im Osten und Süden teilweise ein deutlicher Mangel auftrat und es stellenweise nur für 30-60 % des Normalwertes reichte. Erneut quasi spiegelbildlich verhielt es sich mit dem Sonnenschein. Insgesamt wurde das Soll je nach Referenzperiode mit 144 h um 20-30 % übertroffen, wobei hier insbesondere die Südhälfte überdurchschnittlich profitierte, während im Norden “nur” das Soll erfüllt wurde.

In Sachsen war der März 2021 gegenüber der “etablierten” langjährigen Zeitreihe 1961-1990 mit 4,3 °C etwas zu warm (+1,1 K), zudem zu trocken (mit 35 mm fehlte fast ein Viertel des Solls) und recht sonnenscheinreich (135 h und somit reichlich 120 %). Einzelne Schneeschauer reichten zwar auch noch bis ins Flachland, eine Schneedecke gab es allerdings nur in den Mittelgebirgslagen.

Die Station der Uni Leipzig meldete im März 2021 eine Durchschnittstemperatur von 6,2 °C und lag damit 1,1 K über dem lokalen langjährigen Mittel 1970-1999. Mit einer Höchsttemperatur von extrem milden 24,8 °C am 31.03. wurde der hiesige Monatsrekord nur knapp verfehlt. Die kälteste Temperatur wurde am 20.03. mit vergleichsweise bescheidenen -3,3 °C registriert. Insgesamt gab es im März 6 Frosttage mit nächtlichen Tiefstwerten unter Null, dies sind 3 weniger als üblich. Tagsüber ging es immer, meist sogar deutlich über den Gefrierpunkt hinaus. Beim Niederschlag wurden mit knapp 30mm nur rund 3/4 des Normalwertes erfüllt, jedoch weist das Jahr 2021 dank der feuchteren Vormonate noch ein leichtes Plus auf. Die Sonne zeigte sich in Leipzig insgesamt 132 h, was 36 % des astronomisch Möglichen entspricht.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Februar 2021 und Winter 2020/21

Der Februar 2021 wird in Deutschland als ein Monat der krassen Temperaturgegensätze im Gedächtnis bleiben. So begann er insbesondere im Südwesten noch sehr mild und regnerisch inklusive starken Tauwetters und Hochwasser. Am 07./08.02. verstärkte sich eine markante Luftmassengrenze quer über Deutschland, die sehr kalte Festlandsluft aus dem osteuropäischen Raum von den subtropischen Luftmassen im Süden trennte und massive Schneefälle auslöste. In einem Streifen von NRW bis hinüber nach Sachsen fielen innerhalb von 2 Tagen verbreitet 30 bis stellenweise über 50 cm Neuschnee, der aufgrund starken Windes vielfach stark verweht wurde, sodass sich teils meterhohe Schneewehen ausbilden konnten. Örtlich wurden dabei sogar Allzeitrekorde der Schneehöhe gebrochen. Anschließend konnte sich die Polarluft weiter nach Süden durchsetzen und fast das gesamte Land verblieb im Dauerfrost und vielfach zumindest auch unter einer dünnen Schneedecke. Insbesondere in den tiefverschneiten Gebieten der Mitte Deutschlands gab es in der Folge teils sehr strengen Frost mit Tiefstwerten von verbreitet unter -15 °C und oft gar deutlich unter -20 °C, wobei der „Spitzenwert“ von –27 °C am 10.02. in Thüringen erreicht wurde. Aber selbst tagsüber stieg die Temperatur oft nicht einmal mehr über die -10 °C-Marke. Diese tiefwinterliche Phase hielt allerdings nicht sonderlich lange und mit einer kräftigen südwestlichen Strömung wurde fast schon frühsommerliches Wetter zu uns transportiert. Dies hatte zur Folge, dass der Schnee fast so schnell wie er gefallen war auch wieder verschwand. Infolgedessen kletterten die Temperaturen innerhalb weniger Tage fast flächendeckend um 40 K auf über 15 °C mit Spitzenwerten von sogar unglaublichen 22 °C! Damit fielen deutschlandweit an weit über 100 Stationen nicht nur die Februarrekorde, sondern sie wurden geradezu pulverisiert. Insgesamt gab es an 6 aufeinanderfolgenden Tagen in Deutschland mehr als 20 °C – und das mitten im Februar, was es zuvor so noch nicht einmal ansatzweise gegeben hatte und als klares Indiz des fortschreitenden Klimawandels betrachtet werden muss!

Nicht zuletzt die Rekordwärme am Monatsende katapultierte den Februar am Ende recht deutlich ins Plus. Die Durchschnittstemperatur lag mit 1,8 °C um 1,4 K über dem langjährigen Mittel 1961-1990 und selbst gegenüber der bereits deutlich vom Klimawandel beeinflussten neuen Klimanormalperiode 1991-2020 steht noch immer ein Plus von 0,3 K. Hierbei ist jedoch ein größerer Nord-Süd-Kontrast auffällig. Da die Nordosthälfte Deutschlands deutlich länger von kontinentaler Kaltluft beeinflusst wurde, schloss hier auch der Gesamtmonat auch insgesamt noch mit einem leichten “Minus” ab, während der überwiegend von subtropischen Luftmassen geprägte (äußerste) Südwesten vielfach sogar 2-4 K zu warm ausfiel. Die Niederschlagsausbeute war mit 45 mm (92 %) relativ ausgeglichen, wobei insbesondere die Mitte Deutschlands deutlich nasser war als üblich (teils 200%) – hier in Übereinstimmung mit den rekordverdächtigen Schneefällen an der Luftmassengrenze. Deutlich trockener war es im äußersten Süden sowie ganz im Nordwesten, wo lediglich kaum mehr als ein Drittel des Monatssolls fiel. Von der Sonne dagegen wurde das gesamte Land deutlich überdurchschnittlich verwöhnt - endlich wie man nach den trüben Vormonaten sagen möchte. Dies war den Hochdruckgebieten zu verdanken, welche sich bei uns sowohl kurz nach dem Wintereinbruch und als auch in Zusammenhang mit dem Frühlingserwachen bei uns breitgemacht haben. Insgesamt war es so der sechstsonnigste Februar seit Aufzeichnungsbeginn vor 70 Jahren.

Auch hier bei uns in Leipzig war der Februar ein Monat der Extreme. Auch wenn aufgrund zahlreicher nächtlicher Wolken die Temperatur in Leipzig nie unter die -15 °C sank und hier keine neuen Monatsrekorde aufgestellt wurden, lagen an 3 Tagen auch die Höchstwerte nur unwesentlich über der -10°C-Marke. Insgesamt bescherte der Februar Leipzig 8 Eistage (Tmax < 0 °C), was etwas mehr als üblich (5) ist, jedoch auch nur für 11 Frosttage (Tmin < 0°C), was wiederum deutlich unterdurchschnittlich war (16). Deutlich einprägsamer war dagegen die anschließende Warmphase, von welcher es gleich 4 Tage in die Top-10 der wärmsten Februartage (seit Messbeginn 1963) schafften. Der 25.02. übertraf mit 21,2 °C den alten Rekord gleich um 1,5 K! Unterm Strich kompensierten so auch in Leipzig die frühlingshaften Tage den Wintereinbruch deutlich, sodass der Februar mit 2,4 °C um 0,8 K über dem langjährigen Mittel 1970-1999 lag. Zudem fiel mit 36,5 mm etwas mehr Niederschlag als üblich (113%), der Großteil davon allerdings als Schnee. Mit knapp an die 30 cm lag in Leipzig hier so viel Schnee wie seit Dezember 2010 nicht mehr. Die Sonne zeigte sich an mehr als 100h, was einem reichlichen Drittel des astronomisch möglichen entspricht.

Mit dem Februar endete gleichzeitig auch der meteorologische Winter und da eine Woche Winterwetter noch lange keinen Winter macht, fiel auch dieser am Ende wieder (deutlich) zu warm aus – als nunmehr 10. Winter in Folge! Dies lag neben dem frühlingshaften Finale Ende Februar in erster Linie an den beiden Vormonaten, welche doch sehr tiefdrucklastig und im Flachland entsprechend bestenfalls nasskalt waren, ohne nachhaltig für eine Einwinterung zu sorgen, während die Mittel- und Hochgebirge doch durchaus ansehnliche Schneemengen erhielten. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur mit 1,8 °C um 1,6 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990 und immer noch 0,4 K über dem bereits deutlich wärmeren neueren Mittel 1991-2020. Die Niederschlagsbilanz kann hingegen mit 180 mm als weitgehend ausgeglichen bezeichnet werden, wenngleich insbesondere der Südwesten und Teile der Mitte deutlich mehr Niederschlag als üblich erhielten, während es im Norden (leicht) zu trocken blieb. Hinsichtlich des Sonnenscheins konnte der sehr sonnige Februar die beiden trüben Vormonate ausgleichen, sodass am Ende mit 175h sogar noch ein leichtes Plus stand.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Januar 2021

Der erste Monat des Jahres 2021 blieb in erster Linie aufgrund seines extrem trüben Witterungsverlaufs in Erinnerung, was insbesondere in der Mitte Deutschlands stellenweise für nicht einmal 10 Sonnenstunden reichte. Deutschlandweit wurden im Schnitt immerhin 30h registriert; dies entspricht hingegen auch kaum viel mehr als der Hälfte des Solls. Spiegelbildlich verhielt es sich mit dem Niederschlag, der - zumindest aus der Sicht der Natur betrachtet - mit 75 mm (125%) recht reichlich viel, ein Gutteil davon sogar immer wieder als Schnee. Besonders viel Nass kam in der Südhälfte mit Maximum im Südwesten (> 250%) zusammen, was hier zum Monatsende, verstärkt durch starkes Tauwetter, sogar für Hochwasser an etlichen westdeutschen Flüssen sorgte. Die Temperatur bewegte sich mit 0,6 °C im Deutschlandmittel 1,1K über dem langjährigen Mittel 1961-1990. Nutzt man hingegen das neue Mittel der vergangenen 30 Jahre (1991-2020), das bereits massiv vom Klimawandel beeinflusst ist, war der Januar 2021 sogar minimal zu kalt (-0,3 K). Auch wenn zum Monatsende sehr milde Luft in die Südhälfte Deutschlands einströmte, fiel die Abweichung trotzdem relativ konstant für das gesamte Land aus, da sich zuvor hier die Kälte am Längsten hielt.

In Sachsen gestaltete sich der Januar ähnlich zum Bundesgebiet, d.h. er war auch hier sehr trüb (30 statt 50 Sonnenstunden), relativ feucht (75 statt 50 mm) und mit einer Durchschnittstemperatur von -0,3 °C gegenüber 1991-2020etwas zu kalt ausfiel. Gegenüber dem langjährigen Mittel ist dies jedoch auch knapp 1 K zu warm.

In Leipzig brachte der Januar zwar erstaunlich oft Schnee, allerdings war dieser aufgrund von im Tagesverlauf oft (deutlich) über 0 °C ansteigender Temperaturen immer nur von kurzer Dauer. So sank die Temperatur zwar insgesamt an 18 Tagen zumindest nachts unter den Gefrierpunkt (Frosttag), was sogar etwas über dem langjährigen Mittel liegt, allerdings blieb nur ein Tag komplett im Dauerfrost (Eistag), was im Durchschnitt hier sonst an 7 Januartagen passiert. Auch die tiefste gemessene Temperatur mutet mit -4,6 °C am 17.01. für einen Januar doch vergleichsweise hoch an, während das Maximum von 13 °C vier Tage später schon am oberen Limit der Möglichkeiten liegt. Insgesamt fiel mit 60 mm deutlich mehr Niederschlag als üblich (170 %). Die Sonne war mit 28h aber nur ein extrem seltener Gast und kam nur knapp auf 10% der im Januar astronomisch möglichen Ausbeute.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Das Wetterjahr 2020

Auch das Jahr 2020 hinterlässt in den deutschen #warmingstripes wieder einen tiefroten Streifen, denn mit einer Durchschnittstemperatur von 10,4 °C lag es insgesamt 2,2 K über dem langjährigen Mittel 1961-1990 und war somit nach 2018 (+2,5 K) das zweitwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn vor 140 Jahren. Auf den Plätzen folgen 2019 und 2014 mit 2,1 K, sodass die letzten 3 Jahre allesamt zu wärmsten hierzulande gehören und damit einen eindeutigen Hinweis auf die Auswirkungen der Klimakrise geben! Hinsichtlich des Temperaturverlaufs legte 2020 fast eine Kopie des Vorjahres hin. Einem extrem milden Jahresstart mit einem je 4-5 K zu warmen Januar und Februar folgten zwei ebenfalls viel zu milde Frühjahrsmonate (2-3K zu warm), während der Mai erneut recht kühl ausfiel, wenngleich dies für 2020 „nur“ einem normaltemperierten Monat entspricht, während 2019 sogar 1 K zu kalt ausfiel. Die folgenden beiden Sommermonate waren hingegen wieder recht warm mit einer positiven Anomalie von 1-2K, die von einem extrem warmen August (+3,5 K) gekrönt wurden, der jedoch keine neuen Hitzerekorde aufstellte. Das Jahr ging dann schließlich mit jeweils ungefähr um die 2 K zu warmen Monaten zu Ende, ohne das man im Tiefland wirklichen einen Wintereindruck bekam.

Beim Niederschlag erlebte Deutschland das dritte zu trockene Jahr in Folge, das erneut insbesondere auf ein sehr trockenes Frühjahr und einen recht trockenen Sommer zurückgeht, während der „Winter“ 2019/20 ziemlich feucht war. Zum Jahresausklang folgte einen recht nassen Oktober ein extremer trockener November und ein etwas zu trockener Dezember. Insgesamt reichte es im Mittel zu reichlich 700mm, was jedoch nicht einmal 90 % des Solls entspricht. Natürlich war die Niederschlagsausbeute auch 2020 regional sehr unterschiedlich verteilt und Regionen mit normalen bzw. etwas überdurchschnittlichen Mengen (Küstenumfeld, östliche Mittelgebirge) stehen sehr trockene Regionen in der Mitte und im Westen gegenüber, die teilweise kaum auf 70 % des Normalwertes kamen und somit die mittlerweile extreme Dürre regional weiter verstärkten.

Hinsichtlich des Sonnenscheins kann man sich über 2020 nicht beklagen, lag die Ausbeute doch im Schnitt bei 120% des sonst Erwartbaren , d.h. es gab mit 1900 h knapp 350 h mehr als üblich, wobei die größten prozentualen Abweichungen insbesondere in der Mitte Deutschlands auftraten. Insgesamt war 2020 das viertsonnigste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn vor 70 Jahren.

Auch in Sachsen fiel 2020 sehr warm aus, lag die Temperatur hier mit 10,3 °C ebenfalls stolze 2,2 K über dem langjährigen Mittel. Mit knapp 700 mm war es zudem auch verhältnismäßig nass, jedoch reichte es hier nur für eine durchschnittliche Niederschlagsausbeute. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch hier deutlich trockenere Regionen wie z.B. in Leipzig gab, die mit etwas mehr als 420 mm nur knapp 80% des hier üblichen Solls erreichten und somit die Region insbesondere in tieferen Bodenschichten weiter unter Dürrebedingungen leidet. Mit fast 1900 h war Sachsen praktisch genauso sonnenverwöhnt wie der Rest des Landes.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

November 2020

Der November 2020 brachte erneut einen ziemlich milden, extrem trockenen und sehr sonnigen Monat in die Jahresstatistik ein. Die Temperaturabweichung bezogen auf den Zeitraum 1961-1990 betrug im Deutschlandmittel mit 6 °C ziemlich genau 2 K. Besonders warm war es dabei in der Nordhälfte, wo vielfach positive Abweichungen von bis zu 3 K beobachtet wurden, während der November in der Südhälfte „nur“ zwischen 1 und 2 K zu warm ausfiel. Hiervon abweichend stechen insbesondere die Berggipfel heraus; so war es auf der Zugspitze sogar fast 5 K zu warm! Damit ist das Jahr 2020 nun auf dem Weg zu einem neuen Temperaturrekord, der lediglich von einem sehr kalten Dezember noch verhindert werden kann. Nachdem die letzten Monate zumindest teilweise wieder normal feucht waren, gab es mit dem November wieder einen extrem trockenen Monat. Deutschlandweit reichte es aufgrund verbreiteten Hochdruckeinflusses lediglich um die 30% des Niederschlagssolls. Die Trockenheit erfasste dabei eigentlich das gesamte Land, nirgendwo gab es nennenswert mehr als die Hälfte des Sollwertes, in der Landesmitte reichte es sogar stellenweise nicht einmal für 10%! Insgesamt war dies damit der achttrockenste November seit Aufzeichnungsbeginn vor 140 Jahren. Fast zwangsläufig war der Monat sehr sonnig und fast überall wurde das Monatssoll teilweise deutlich übertroffen, sodass deutschlandweit der drittsonnigste November seit 1951 zu Buche stand.

In Sachsen betrug die Temperaturabweichung immer noch 1,8 K, womit es etwas weniger mild als im Deutschlandmittel war. Zudem war es hier mit nur 10 mm (23%) extrem trocken und dafür mit 100 Sonnenstunden fast doppelt so sonnig wie normal.

In Leipzig sank die Temperatur im gesamten November nicht unter 0 °C, was statistisch achtmal zu erwarten gewesen wäre. Die tiefste gemessene Temperatur betrug am 11. November lediglich 0,3 °C. Das Maximum waren hingegen sagenhafte 21,4 °C am 02.11.; dies stellt gleichzeitig einen neuen Allzeitrekord in Leipzig für den November dar. Die Durchschnittstemperatur lag mit 7,3 °C um 2,4 K über dem langjährigen Werten (hier bezogen 1970-1999). Mit 8 mm Regen (18%) war der Monat auch in Leipzig extrem trocken. Andererseits gab es 86 h Sonne, was zwar „nur“ 35% des astronomisch möglichen entspricht, aber für November trotzdem recht sonnig ist. Der etwas entfernte Flughafen Leipzig/Halle meldete sogar 109 Sonnenstunden, was mehr als dem Doppelten des Üblichen entspricht.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Herbst 2020

Auch wenn der Herbst 2020 zu warm, etwas zu trocken und leicht zu sonnig ausfiel, so bleibt er sicherlich nicht als klassischer „goldener Herbst“ in Erinnerung, denn zeitweise dominierte recht trübes und wechselhaftes Wetter. Temperaturmäßig war der Herbst quasi unisono in ganz Deutschland mit 10,3 °C ungefähr 1,5 K zu warm gegenüber dem langjährigen Mittel 1961-1990, wobei insbesondere der September und November zu den warmen Temperaturen beitrugen, während der Oktober etwas weniger warm und eher unbeständig ausfiel. Alles zusammengenommen war der Herbst 2020 sogar der viert(!)wärmste seit Aufzeichnungsbeginn vor 140 Jahren.

Insbesondere dem November haben wir zu verdanken, dass auch der Herbst 2020 summa summarum zu trocken ausfiel. Während der Herbst in einigen Regionen Ostdeutschlands zwar das Mittel erfüllen konnte, blieb es insbesondere im Norden und in Teilen Südwestdeutschlandes mit kaum mehr als 50% extrem trocken. Deutschlandweit fielen mit 150 mm ungefähr 80% des Normalwertes, womit der Herbst wie alle Jahreszeiten seit dem Frühjahr mindestens leicht zu trocken war und bei der Dürresituation in Deutschland keine Trendwende einleitete. Mit 365 Sonnenstunden überschritt er das Normalmaß immerhin um 15%, lediglich regional wie in Leipzig (450 h) gab es mit über 150% einen deutlichen Ausreißer nach oben.

Sachsen bestätigte den bundesweiten Temperaturtrend (+1,5 K), war allerdings aufgrund einiger regenreicher Tage Ende September und im Oktober mit 165 mm minimal feuchter als im Durchschnitt (155 mm). Zudem sorgte die sonnige Leipziger Tieflandsbucht dafür, dass Sachsen in diesem Herbst das sonnigste Bundesland war.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst

Oktober 2020

Mit dem Oktober ging zugleich der 9. zu warme Monat des Jahres 2020 zu Ende (nur der Mai war bisher etwas zu kalt). Deutschlandweit betrug die positive Abweichung des Oktobers gegenüber dem Mittel 1961-1990 mit einer Durchschnittstemperatur von 10,2 °C knapp 1,2 K. Abgesehen von den höchsten Berggipfeln war das gesamte Land von den etwas zu hohen Temperaturen betroffen, wobei es zwischenzeitlich auch einige recht kühle Phasen mit Höchstwerten unter 10 °C und ersten Frost gab. Allerdings konnte man im Gegensatz zu den Vorjahren diesmal nicht von einem „Goldenen Oktober“ sprechen, denn der Oktober 2020 war erfreulich nass und - etwas weniger erfreulich - auch sehr trüb. Die Niederschlagsausbeute überstieg mit 75 mm den Normalwert um fast 40%, wobei sich dies ebenfalls relativ gleichmäßig ganz Deutschland verteilte. Ein sogenanntes „Vb-Tief“ (gesprochen: „Fünf-B-Tief; die Notation bezeichnet die Zugbahn der Tiefdruckgebiete, im Vb-Fall von der Nordadria Richtung Nordosten) brachte zur Monatsmitte insbesondere der Osthälfte den dringend benötigten Regen, sodass hier das Monatssoll teilweise um mehr als das Doppelte übererfüllt wurde. Nicht zuletzt dem vielen Regen geschuldet, war der diesjährige Oktober landesweit sehr wolkenreich und erreichte mit 70 Sonnenstunden nur reichlich 60% des Solls.

In Sachsen unterschied sich das Oktoberwetter kaum vom Rest des Landes. Mit 10,3 °C war er 1,3 K zu warm und dem erwähnten Tief geschuldet mit 100 mm mehr als doppelt so nass wie üblich. Nichtsdestotrotz gab es in Sachsen ein paar Sonnenstunden mehr als im Rest des Landes (75h), was aber nur 57% des Üblichen entspricht.

In Leipzig ging der Oktober deutlich zu warm (+2,2 K), relativ nass (140%) und ziemlich trüb zu Ende. Trotz der hier im Vergleich zum Rest Deutschlands sogar deutlich überdurchschnittlichen 93 Sonnenstunden entspricht dies nicht einmal 30% der astronomisch möglichen Ausbeute.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

September 2020

Der September bot wettertechnisch dieses Jahr einiges an Abwechslung. So startete er vielfach spätsommerlich mit Hochdruck und Sonnenschein sowie praktisch kaum Regen und stellte zudem einige Temperaturrekorde auf. Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang erfolgte jedoch ein heftiger Wetterwechsel mit gebietsweise viel Regen und kaum noch mehr als 10 °C. Zudem fiel auf auf den Gipfellagen der erste Schnee der Saison, bevor es zum Monatsende wieder freundlicher und etwas wärmer wurde. Summa summarum erreichte der September 2020 in Deutschland 14,8 °C und war damit +1,5K zu warm gegenüber dem Mittel 1961-1990. Hierbei war besonders der Süden und Osten deutlich wärmer als üblich (2-3K), während es im Nordosten nur etwas mehr als 1K zu warm war. Dank der letzten Septemberwoche war die Niederschlagsstatistik mit 50 mm recht ausgeglichen (80%), jedoch regional sehr ungleich verteilt. Die momentan sehr von Dürre betroffene Osthälfte Deutschlands sowie der Alpenrand bekamen recht viel Regen ab, während es im Norden und Westen stellenweise kaum für die Hälfte des Normalwertes reichte. Zudem war der September praktisch im ganzen Land ein sehr sonniger Monat mit teilweise über 200h (statt 150h) Sonnenstunden.

In Sachsen legte der September beim Niederschlag mit 55 mm quasi eine „Punktlandung“ auf das langjährige Monatsmittel hin. Mit durchschnittlich 15,0°C (+1,6K) lagen die Temperaturen hier leicht über dem über Bundesschnitt. Zudem war es extrem sonnig und den durchschnittlich 150 Sonnenstunden standen im September 2020 fast 230h entgegen.

Auch in Leipzig war der September vielfach ein verkappter Sommermonat: Hier gab es nochmal ganze 12 Sommertage (normal 4) und sogar 3 heiße Tage über 30 °C, welche sonst im Schnitt nur alle paar Jahre einmal (!) auftreten. Insgesamt war der September hier im 17,1°C ganze 2,5 K zu warm. Beim Niederschlag wurde mit fast 50 mm das Mittel sogar leicht übererfüllt, jedoch kann dies mit Blick auf die trockenen Vormonate nur als der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein betrachtet werden. Mit fast 230 Sonnenstunden wurden mehr als 60% des astronomisch möglichen erreicht, was speziell für September einen außergewöhnlich hohen Wert entspricht.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Sommer 2020

Auch wenn der diesjährige Sommer nicht ganz so rekordverdächtig verlief wie die beiden Vorgänger 2018 und 2019, so war auch er wieder einmal deutlich zu warm; die Abweichung zum langjährigen Mittel 1961-1990 betrug mit einer Durchschnittstemperatur von 18,2 °C fast 2 K. Damit war der diesjährige Sommer der 24. (!) zu warme Sommer in Folge. Die größten positiven Abweichungen gab es dieses Jahr in der Mitte Deutschlands, während es an der Küste und im Alpenraum etwas weniger warm war. Besonders in Erinnerung blieb der August mit seiner langanhaltenden Hitzewelle, während es im Juni und Juli vergleichsweise wechselhaft war. Ein großes Problem des vergangenen Sommers war einmal mehr die Niederschlagsverteilung. Obwohl die Regenmengen im deutschlandweiten Mittel mit 230 mm nahezu im Soll lagen, sieht die Situation regional deutlich differenzierter aus, da sich insbesondere die Starkregenereignisse im Zusammenhang mit Gewittern nur lokal auswirkten. So gab es besonders in der Mitte Deutschlands einige Regionen, die nicht einmal 50% des Niederschlagssolls erreichten, sodass dort der 3. Dürresommer in Folge wütete. Das betrifft auch Teile Sachsen, selbst wenn sich auch hier das Flächenmittel mit 210 mm (95%) vergleichsweise feucht anhört. Hingegen reichte es in der Leipziger Region nur für etwas mehr als 100mm, was nur etwas mehr als der Hälfte des Normalwertes entspricht. Mit 18,7 °C war der Sommer hier sogar 2,2 K zu warm und fiel mit 670 statt 610 Sonnenstunden auch deutlich sonniger als üblich aus.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

August 2020

Mit dem August 2020 endete erneut ein viel zu warmer (Sommer)monat in Deutschland. Mit einem Durchschnittswert von 19,9°C betrug die Abweichung beeindruckende 3,4 K, sodass es sich nach dem Hitzesommer 2003 knapp vor 2015 und 2018 um den zweitwärmsten August seit Aufzeichnungsbeginn handelte! Besonders die ersten 3 Wochen waren von anhaltender Hitze geprägt und erst das letzte Monatsdrittel brachte gemäßigtere Temperaturen und auch mehr Niederschlag, sodass der Monat deutschlandweit betrachtet sogar noch leicht zu feucht ausfiel (115% oder 90 mm), wobei dies aufgrund von lokaler Gewittertätigkeit regional sehr unterschiedlich war und einige Regionen viel zu trocken blieben, während andere (insbesondere der Alpenrand) sehr viel Regen abbekamen. Die Sonne zeigte sich insgesamt 220h (+10%), wobei diesmal insbesondere die bisher etwas vernachlässigten Küstengebiete profitieren konnten.

Mit 20,4 °C war der August in Sachsen sogar noch etwas wärmer (+3,6K), dafür allerdings auch etwas feuchter (100 mm bzw. 130%), was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es auch hier sehr trockene Regionen wie Westsachsen gab. In Leipzig stellte der August 2020 trotz einer vergleichsweise kühlen letzten Woche, einen neuen Wärmerekord auf. Mit einer Durchschnittstemperatur von 22,5 °C lag er um 3,6 K über der lokalen Referenzperiode von 1970-1999. Die höchste Temperatur wurde mit 37,2 °C am 21.08. erreicht. Insgesamt gab es 19 Sommer- und 11 heiße Tage und damit ebenfalls teils deutlich mehr als im langjährigen Mittel (14 bzw. 4). Besonders bemerkenswert war allerdings auch die hohe Zahl von Tagen, an denen es nicht kälter als 20 °C wurde. Statt durchschnittlich lediglich einen gab es 2020 ganze 6 solcher Tage, weitgehend hineinanderweg. Dazu kommen noch einige weitere Tropennächte und Nächte nur knapp unter dem Schwellwert von 20 °C. Da es auch trotz eines nassen Monatsendes erneut viel zu trocken blieb (45 mm – 70%), konnte sich die Dürresituation hier vor Ort nicht entspannen. Mit 223 Sonnenstunden gab es zudem exakt die Hälfte des astronomisch möglichen an Sonnenschein.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Juli 2020

Mit dem Juli 2020 endet erneut ein zu warmer und zu trockener Sommermonat. Während die Temperaturabweichung mit 17,7 °C nur 0,8 K über dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990 und im Vergleich zu vergangenen Jahren fast schon kühl ausfiel, war insbesondere die Niederschlagsausbeute wieder mehr als bedenklich und erreichte mit 50 mm nur ca. 65 % des Monatssolls, was die Dürre in vielen Landesteilen wieder verschärfte. Insgesamt zeigte sich das Juliwetter jedoch zweigeteilt: Während die Nordhälfte Deutschlands öfter von Tiefdruckgebieten erfasst wurde und sogar teilweise etwas zu kühl ausfiel, war der Süden öfter von subtropischen Luftmassen beeinflusst und deutlich wärmer, sodass es hier teilweise für Abweichungen von mehr als +2 K reichte. Die Trockenheit erfasste dagegen nahezu das gesamte Land, lediglich im unmittelbaren Küstenumfeld war es aufgrund der regen Tiefdrucktätigkeit teilweise sogar zu nass. Besonders gravierend war die Trockenheit in einem Streifen von Sachsen über die Mitte Deutschlands nach Baden-Württemberg, wo teilweise nicht einmal ein Viertel es Solls fiel. Die Sonne verhielt sich mal wieder spiegelbildlich zum Niederschlag und zeigte sich im Süden deutlich mehr als an der Küste, wo es verhältnismäßig trüb blieb.

In Sachsen war es mit 18,3 °C etwas wärmer als im Deutschlandmittel und lag ca. 1 K über dem langjährigen Klimanormalwert. Mit 30 mm fielen jedoch nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen 70 mm, während die Sonne 245h zu sehen war.

Ebenfalls knapp 1 K zu warm war der Juli 2020 in Leipzig mit einem Monatsmittel von etwas über 20 °C. Während die Anzahl der Sommertage (Tmax ≥ 25 °C) mit 20 deutlich überdurchschnittlich ausfiel (13-14 sonst üblich), gab es mit dem 19.07. nur einen heißen Tag, der knapp die 30-Grad-Marke überschritt (statt 4-5 normalerweise). Die Sonne zeigte sich mit 241 h nahezu genau halb so oft wie astronomisch möglich wäre. Mit weniger als 20 mm (30 %) war es in Leipzig nochmals trockener als im restlichen Sachsen, sodass sich in Mitteldeutschland auch 2020 bereits ein deutliches Niederschlagsdefizit ausgebildet hat und wir den dritten Dürresommer in Folge erleben.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Juni 2020

Im Vergleich zum rekordwarmen Juni 2019 zeigte sich der Juni 2020 deutlich gemäßigter, fiel allerdings trotz recht wechselhafter Witterung immer noch deutlich zu warm aus (wie jeder Juni seit nunmehr über 10 Jahren). Im Deutschlandmittel betrug die Junitemperatur 16,8 °C und lag somit um 1,4 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Allerdings war der Temperaturüberschuss sehr ungleich verteilt. Während der Juni in Bayern fast normal ausfiel, betrug die Abweichung in der Nordhälfte vielfach über 2 K. Die Niederschlagsmenge lag mit 90 mm tatsächlich sogar leicht über dem Soll (85 mm), war jedoch extrem ungleichmäßig verteilt. Während einige Regionen mehr als doppelt so viel wie üblich abbekamen, reichte es anderenorts für nicht einmal 50 %. Ursache hierfür waren zahlreiche Gewitter, die sich entlang einer Tiefdruckrinne entwickelten und regional sehr ungleichmäßig entluden. Besonders feucht und entsprechend trüb war es im Südosten, während die küstennahen Gebiete recht sonnenverwöhnt, aber vielfach zu trocken waren.

In Sachsen betrug die Temperaturabweichung im Juni 1,7 K, wobei auch hier der Norden tendenziell wärmer als der Süden war. Auch der Niederschlag fiel hier regional sehr ungleichmäßig (trocken im Norden, feucht im Bergland), jedoch im Mittel reichte es tatsächlich mit 85 mm für ca. 110 % des Sollwertes.

Die Messungen am Leipziger Institut für Meteorologie bestätigen die Ungleichverteilung, denn in der bezogen auf Restsachsen eher nördlich gelegenen Stadt fiel der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von 19,4 °C deutlich zu warm aus (+2,3 K). Dies ging einher mit immerhin 16 Sommertagen (Tmax ≥ 25°C), doppelt so viel wie normal zu erwarten wären, und 2 heißen Tagen (Tmax ≥ 30°C), was ziemlich genau dem Durchschnitt entspricht. Die höchste Temperatur wurde am 13.06. mit 31,7 °C registriert. Als Vergleich der Rekord-Juni 2019, der es auf 25 Sommer- und 10 heiße Tage bei einer Temperaturabweichung von sagenhaften 5,7 K brachte und mit fast 39 °C einen neuen Temperaturrekord für Leipzig aufstellte. Auch beim Niederschlag setzte sich leider der Negativtrend fort und mit 46 mm reichte es nur für knapp 80 % des Sollwertes. Damit war er wie alle Monate seit März 2020 (etwas) zu trocken. Die Sonne schien insgesamt 209 h, was 43 % des astronomisch möglichen entspricht.

Zum Schluss noch ein Blick auf die globale Temperaturverteilung: Hier fällt besonders eine extreme Wärmeanomalie über dem nördlichen Sibirien ins Auge, wo der Juni teilweise bis zu 10 K zu warm war. Besonders beunruhigend ist zudem, dass diese extremen Abweichungen bereits seit Jahresanfang anhalten und zahlreiche Vegetationsbrände befeuern sowie zum Rückgang des Meereises in der Region beitragen.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

Frühjahr 2020

Mit dem Mai endete auch der meteorologische Frühling, sodass wir auch einen kleinen Rückblick auf das Frühlingswetter des Jahres 2020 werfen können. Da mit dem März und April gleich zwei Monate teils deutlich zu warm ausfielen und der Mai nahe dem langjährigen Mittel lag, verwundert es wenig, dass auch das Frühjahr 2020 in Gänze mit einer Durchschnittstemperatur von 9,2 °C um 1,5 K über dem langjährigen Mittel lag, wobei es im Südwesten teilweise sogar bis zu 2,5 K wärmer als üblich war. Noch wesentlich dramatischer gestaltete sich die Niederschlagssituation, denn quasi überall in Deutschland fehlte seit Mitte März ein Großteil der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Insgesamt fielen im Mittel lediglich 108 mm, was nur etwas mehr als der Hälfte der sonst üblichen Menge von knapp 190 mm entspricht. Dies macht 2020 zum siebten, teils deutlich zu trockenen Frühjahr in Folge machte. Ein recht deutlicher Hinweis auf sich abzeichnende Witterungsänderungen in Folge des Klimawandels. In Zusammenspiel mit den überdurchschnittlich warmen Temperaturen und vieler Sonnenstunden konnte sich so die bereits seit Frühjahr 2018 bestehende Dürresituation weiter teils dramatisch verschärfen. Die Sonne zeigte sich übrigens insgesamt über 700 h lang und übererfüllte das Soll somit um 50%, sodass 2020 zusammen mit 2011 den sonnenscheinreichsten Frühling seit Aufzeichnungsbeginn vor knapp 70 Jahren markiert.

In Sachsen lief das Frühjahr im Großen und Ganzen recht ähnlich ab, wenngleich es mit 8,7 °C hier nur ein 1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel war, was hauptsächlich am hier etwas kühleren Mai lag. Mit 105 mm war es zudem auch etwas trockener als im Deutschlandmittel, was jedoch recht normal ist. Nichtsdestotrotz fielen auch hier nur knapp 60 % des Sollniederschlags, wobei besonders der April vielfach kaum Regen brachte. Die Sonne zeigte sich mit 685 h dagegen ausgesprochen häufig.

Alle Zahlenwerte wurden wie immer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) übernommen

Mai 2020

Wie bereits im vergangenen Jahr fiel auch diesmal der Mai als erster Monat des Jahres zu kühl aus, wenngleich auch auf einem anderen Niveau, denn mit einer negativen Abweichung von lediglich 0,2 K gegenüber 1961-1990 kann der Monat als ziemlich normal angesehen werden. Gleichzeitig war der Mai 2020 auch der erste Monat seit einem Jahr, der nicht (deutlich) zu warm ausfiel. Insgesamt zeigte sich der Mai recht durchwachsen und wechselhaft, wobei sich kühle und wärmere Phasen häufig abwechselten und zudem regional ziemlich unterschiedlich ausfielen. Während wie erwähnt die deutschlandweite Durchschnittstemperatur mit 11,9 °C recht gut im Mittel lag, war der Monat im äußersten Südwesten über 1 K zu warm, während im Gegenzug die Osthälfte sogar teilweise bis zu 1 K zu kalt ausfiel. Diese Ungleichverteilung setzte sich bei der Sonnenscheinausbeute fort. Während die Nordosthälfte „nur“ den Bereich des langjährigen Mittels erreichte, bekam der Süden und Westen vielfach 150 % des Sonnenscheinsolls ab. Deutschlandweit reichte es im Durchschnitt so zu knapp 115 % oder 230 h Sonnenschein. Hinsichtlich des Niederschlags setzte sich leider die Dürre der vergangenen Monate fort und es fielen nur zu 40 statt 70 l/m2. Besonders trocken war hierbei der Westen Deutschlands, der es teilweise nur 15 % des Sollwertes brachte, während einige Tiefausläufer und heftige Gewitter lokal im Süden und der Mitte für deutlich mehr Niederschlag sorgten.

Die heterogene Witterung des Mais sorgt beim sächsischen Wetterrückblick für einige Unterschiede im Vergleich zum Deutschlandwetter. So war der Mai 2020 in Sachsen mit 11,3 °C knapp 1 K zu kalt, erfüllte beim Niederschlag mit 60 statt 67 l/m2 jedoch fast das langjährige Mittel und war zugleich das Bundesland mit den wenigsten Sonnenstunden, auch wenn diese mit 210 h immer noch leicht über dem Erwartungswert von rund 200 h lagen.

Ähnlich wie in Sachsen war der Mai 2020 auch in Leipzig mit einer Durchschnittstemperatur von 13,4 °C recht unterkühlt, die negative Abweichung betrug hier immerhin 0,9 K. Mit 25,1 °C reichte es lediglich am 10.05. ganz knapp für einen Sommertag (normal wären 4,6 Tage zu erwarten), während es bereits 36 h später fast noch einmal Frost gab. Obwohl der Mai auch in Leipzig mit 35,8 mm deutlich feuchter war als die anderen Frühjahrsmonate, erreichte er doch nur 72 % des Solls, sodass sich die Dürrebedingungen besonders in tiefen Bodenschichten weiter verschärfen konnten. Die Sonne zeigte sich insgesamt 235 h und erreichte damit knapp die Hälfte des astronomisch möglichen.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, Leipziger Institut für Meteorologie

April 2020

Der April 2020 verlief eigentlich genauso wie man es von den Aprils der jüngeren Vergangenheit gewöhnt ist: deutlich zu warm, viel zu trocken und extrem sonnig. Ursache dafür war einmal mehr eine andauernde Hochdrucklage über Mitteleuropa. So betrug deutschlandweit die Durchschnittstemperatur 10,5 °C, was 3,1 K über dem langjährigen Mittel 1961-1990 liegt und somit der 23. zu warme April in Folge! Auch beim Niederschlag sieht es nicht besser aus, hier war seit 2009 jeder April zu trocken und diesmal war er extrem trocken und belegt deutschlandweit mit 17 statt 58 l/m2 den 3. Platz. Jedoch gab es hier regional große Unterschiede und lokal blieb es auch (fast) gänzlich trocken. Da auch bereits der März zu trocken ausfiel und viele Gegenden noch immer ein beachtliches Niederschlagsdefizit aus 2018/19 mitschleppen, intensivierte sich die Dürre in Deutschland weiter und auch die Wald- und Feldbrandgefahr steigt rapide an. Während der Niederschlagsmangel die Kehrseite der Hochdrucklagen ist, sorgten sie auch für einen neuen Sonnenscheinrekord und mit fast 300 h schien die Sonne fast doppelt so häufig wie normalerweise in einem April.

Auch in Sachsen war der April mit durchschnittlich 10 °C deutlich zu warm (+2,7 K), sehr trocken (mit 10 l/m2 fielen nicht einmal 20% des Sollwertes) und extrem sonnig. Nichtsdestotrotz gab es aufgrund der Hochdrucklagen, die tagsüber verbreitet über 20 Grad brachten, nachts auch häufig Frost, fallweise mehr als in manchen vorangegangenem Wintermonat.

Hier bei uns in Leipzig brachte es der April auf durchschnittlich 11,9 °C (+3 K) und stellte einen neuen Negativrekord beim Niederschlag auf: Mit 2,5 mm (5 %) fiel hier so wenig Regen wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn am Institut für Meteorologie 1963. Da auch die letzten beiden Märzdekaden sehr trocken waren, gab es in den 50 Tagen seit 12.3. gerade einmal 7 mm Niederschlag, was die Dürre in der Region wieder massiv verschärfte. Die Sonne schien hier dagegen mit 288h (70 % des astronomisch möglichen) so oft wie noch nie in einem April der jüngeren Geschichte.

Datenquelle: DWD für Deutschland und Sachsen, LIM für Leipzig

März 2020

Mit dem März 2020 ging erneut ein deutlich zu milder Monat in Deutschland zu Ende, wenngleich die positive Anomalie gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 mit 1,8 K etwas geringer als in den Vormonaten ausfiel. Startete März noch ähnlich wie der Januar und Februar vergleichsweise tiefdrucklastig und entsprechend nass und mild, drehte sich die Großwetterlage im Monatsverlauf immer mehr in Richtung Hochdruck. Damit einher ging neben viel Sonnenschein auch eine zunehmende Trockenheit, die bereits im Osten schon wieder erste Dürreanzeichen hervortreten lässt. Mit dem Hochdruck etablierte sich allerdings auch eine kalte, östliche Strömung, die besonders nachts für Temperaturen sorgte, die im gesamten Winter zuvor nicht aufgetreten waren. Die Durchschnittstemperatur erreichte so trotz mildem Monatsstart und vereinzelten Höchstwerten von über 20 °C am Ende „nur“ leicht zu warme 5,3 °C. Die Niederschlagsbilanz ist mit 50 l/m2 fast ausgeglichen und lediglich zu 10 % unterschritten, allerdings mit einem teils starken West-Ost-Gefälle versehen und geht fast ausschließlich auf die erste Märzhälfte zurück. Das Hochdruckwetter der zweiten Monatshälfte bescherte dagegen viel Sonne, sodass mit 175 h das Soll um fast 60 % übererfüllt wurde und der März 2020 einer der sonnigsten der letzten 70 Jahre ist.

In Sachsen verhielt sich das Märzwetter ähnlich wie zum Rest Deutschlands, im Fall der Sonnenscheindauer sogar exakt gleich. Das Niederschlagssoll von 47 l/m2 wurde fast erreicht, während die Temperaturabweichung mit 1,5 K etwas geringer ausfiel. Hier machte sich besonders die Ostströmung mit nächtlichen Tiefstwerten von um die -10 °C am Monatsende deutlich bemerkbar; Temperaturen, die im bisherigen Winterverlauf völlig fehlten. Leipzig fügt sich gut in dieses Bild ein und auch hier wurde am 23.03. die tiefste Temperatur des gesamten „Winters“ gemessen, wobei selbst dies vergleichsweise lächerliche -3,7 °C waren. Summa summarum erreichte der März in Leipzig 6,4 °C (+1.2 K), 33,6 l/m2 Regen (86 %) und 177 Sonnenstunden.

Alle Wetterdaten für Deutschland und Sachsen wie üblich vom Deutschen Wetterdienst und für Leipzig vom Institut für Meteorologie der Uni Leipzig.

Anmerkung: Mit dem März fand ein Wechsel der Farbskala statt. Zuvor wurde die die Farbskala “RdBu” des Python-Moduls Matplotlib genutzt, ab März wird eine individuelle Farbskala genutzt die mehr jener der originalen warming stripes von Ed Hawkins enspricht. Die Ankerpunkte der neuen Farbskala lauten in hexcode: #08306b, #08519c, #2171b5, #4292c6, #6baed6, #9ecae1, #c6dbef, #deebf7, #fee0d2, #fcbba1, #fc9272, #fb6a4a, #ef3b2c, #cb181d, #a50f15, #67000d

Februar 2020

Auch der Februar 2020 stand hinsichtlich der Temperaturabweichung den anderen beiden Wintermonaten in nichts nach bzw. fiel mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 °C sogar noch milder aus, die Abweichung betrug deutschlandweit fast 5 K (gegenüber 1961-1990), sodass er nach 1990 als zweitwärmster Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingeht. Worin er sich jedoch glücklicherweise von den Vormonaten unterschied, war die Niederschlagstätigkeit. Obwohl üblicherweise im Jahresverlauf einer trockensten Monate, brachte der Februar 2020 mit 125 l/m2 gut das zweieinhalbfache des Normalwertes, was ihn deutschlandweit ebenfalls auf Platz 2 führt. Lokal gab es besonders im Norden teilweise die 4-5 fache Niederschlagsmenge! Da jedoch seit fast einem Jahr mit Ausnahme des Oktobers alle Monate teils deutlich zu trocken ausfielen, half der überdurchschnittliche Niederschlag Wasserreservoirs im Boden und Talsperren zu füllen, ohne größere Überschwemmungen auszulösen. Begleitet wurde der Regen häufig durch Stürme und eine leicht unterdurchschnittliche Sonnenausbeute. Ursache für all diese Wettererscheinungen war eine stabile Großwetterlage, welche beständig kräftige Tiefdruckgebiete mit viel Regen, Sturm und milden Luftmassen vom Atlantik in weite Teile Europas brachte und verbreitet für Temperaturrekorde sorgte, die besonders in Nord- und Osteuropa teilweise zweistellige positive Anomalien hervorbrachte.

Obwohl Sachsen mit 5,0 °C leicht kühler als im Deutschlandmittel ausfiel, lag die Abweichung mit +5,3 K sogar noch höher, da Sachsen für gewöhnlich eines der kältesten dt. Bundesländer ist. Der Niederschlag fiel mit 100 l/m2 zwar etwas geringer als, was jedoch auch der langjährigen Verteilung entspricht und immer noch ca. 235 % bedeutet. Besonders augenfällig waren auch die Tiefsttemperaturen, welche teilweise nicht einmal unter den Gefrierpunkt sanken, was so selbst 1990 nicht geschah. In Leipzig reichte es am 08.02. immerhin für einige Minuten für -0,1 °C. Fast unnötig zu erwähnen, dass auch der Februar hier schneefrei blieb.

Alle zugrundeliegende Daten für Deutschland und Sachsen stammen jeweils vom Deutschen Wetterdienst, jene aus Leipzig beziehen sich auf die Messungen des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig.

Januar 2020

Fast schon keine Überraschung mehr. Auch der erste Monat des Jahres 2020 startete so wie schon die meisten anderen Monate zuvor: viel zu warm, deutlich zu trocken und zu sonnig. Besonders auffällig waren im Januar die stark überdurchschnittlichen Temperaturen. Mit der einer deutschlandweiten Durchschnittstemperatur von 3,3 °C lag der Monat 3,8 K über dem Mittel 1961-1990 und war geprägt von West- und Südwestlagen, die konstant milde Luft nach Deutschland brachten. Zur Monatsmitte brachte Hochdruckeinfluss bodennah zwar kurzzeitig auch etwas kühleres Wetter, aber auch viel Sonne und wenig Niederschlag. Das Niederschlagsdefizit beläuft sich auf ca. 30 % mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle. Die Sonne verhielt sich spiegelbildlich und war besonders im Süden sehr stark vertreten. Deutschlandweit lagen die Werte ca. 30 % über dem Durchschnitt.

Während die Temperaturabweichung in Sachsen etwas geringer als im Deutschlandmittel ausfiel, fielen hier verbreitet nicht einmal 50 % des Niederschlagssolls (landesweit 20 mm statt knapp 50 mm), während die Sonne mit 65 h überdurchschnittlich häufig zu sehen war. In Leipzig sah der Januar nicht groß anders aus. Die Durchschnittstemperatur lag bei 4,6 °C, was ebenfalls knapp 4 K über dem langjährigen Mittel liegt. Daher warten wir in Leipzig auch noch immer auf den ersten Schnee des Jahres. Ansonsten war der Januar hier mit knapp 84 % (30 mm) des Niederschlagssoll zwar im Vergleich zum restlichen Bundesland relativ nass, aber eben doch wie fast alle Monate seit einem Jahr (abgesehen vom vergangenen Oktober) zu trocken, was keine guten Voraussetzungen für die kommende warme Jahreszeit sind.

Besonders ausgeprägt waren in diesem Januar die Temperaturanomalien auf der Nordhemisphäre, besonders in Eurasien. In weiten Teilen Russlands und Skandinaviens lagen die Temperaturabweichungen verbreitet zwischen 5 und 10 K, teilweise sogar bis zu 15 K über dem langjährigen Mittel!

Alle Wetterdaten für Deutschland und Sachsen wie üblich vom Deutschen Wetterdienst und für Leipzig vom Institut für Meteorologie der Uni Leipzig.

2019

Auch im Jahr 2019 zeigte sich (leider) wieder ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren: zu warm, zu trocken und zu sonnig, wenngleich es nicht ganz mit dem vergangenen Rekordjahr 2018 mithalten konnte. Hinsichtlich der Temperatur teilt es sich mit einer positiven Abweichung von 2,1 K gemeinsam mit 2014 den zweiten und dritten Platz in der Hitliste der wärmsten Jahre seit dem Aufzeichnungsbeginn 1881. Dementsprechend überdurchschnittlich gestaltete sich die Temperatur (fast) im gesamten Jahresverlauf. Bereits der Winter glänzte im Tiefland weitgehend durch Abwesenheit und fiel recht mild aus. Die positiven Abweichungen setzten sich auch im März und April fort, welche teilweise bereits frühsommerliche Züge zeigten. Lediglich der Mai fiel etwas aus der Reihe und schloss deutlich unterdurchschnittlich ab, bevor dann schließlich zum Monatswechsel ab Juni ein extrem heißer, sonniger und trockener Sommer begann, der bundesweit zahlreiche neue Temperaturrekorde brachte. So wurde am 25.07. mit extremen 42,6 °C ein neuer deutscher Temperaturrekord aufgestellt. Erst ab September gestaltete sich das Wetter dann wieder etwas gemäßigter mit häufigeren Niederschlagsphasen und etwas geringeren positiven Temperaturabweichungen. Trotzdem fiel 2019 unterm Strich schließlich mit durchschnittlich 93 % Prozent des Jahresniederschlags etwas zu trocken und deutlich zu sonnig aus (ca. 120 %).

Bei genauerer Betrachtung der regionalen Unterschiede fällt auf, dass insbesondere die Nordosthälfte im Mittel wärmer, trockener und sonniger ausfiel als die Südwesthälfte Deutschlands. Dies machte sich dann auch besonders in Sachsen bemerkbar, welches mit einer Abweichung von 2,3 K über den langjährigen Mittel das wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnungsbeginn erlebte. Auch das Niederschlagsdefizit machte sich hier mit über 100 l/m2 besonders bemerkbar, während im Gegenzug Sachsen gleichzeitig das sonnenreichste Bundesland war. Ganz ähnlich, mit einem Defizit von fast 150 l/m2 aber nochmals trockener gestaltete sich das Wetterjahr 2019 in Leipzig. Hinsichtlich der Temperatur reiht es sich hier nach 2014 und 2018 auf Platz 3 ein. Nichtsdestotrotz wurde auch in Leipzig an der Messstation der Uni Leipzig am 30.06. ein neuer Temperaturrekord von 38,7 °C erreicht.

Alle zugrundeliegende Daten für Deutschland und Sachsen stammen jeweils vom Deutschen Wetterdienst, jene aus Leipzig beziehen sich auf die Messungen des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig.